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Johann Elias Ridinger, Wiesel + Marder

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das Wieselein hat meistens zwey , der Marder aber 3. bis 4. Iunge , leben zimlich lang. „Oben im Walde sechs Stück Baummarder, drei noch ziemlich kleine; darunter bei Felsen den Stein- oder Hausmarder, und auf der andern Seite vier Stück kleine Wiesel, ein Junges wird von der Mutter in der Schnauze getragen.“ Radierung mit Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 30. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger inven. pinx. Sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,6 x 42,4 cm.

Thienemann + Schwarz 225. – Blatt 30 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Mit WANGEN-Wz., wie für zeitgenöss. Abdrucke so typisch, sowie figürl. Nebenmarke. – 3-4,4 cm breitrandig. – Die gänzlich geglättete Bugfalte rückseits verstärkt. Leicht randstockig.

„ In der so schön= als wilden Landschafft , sind kleine böse Bürger hier von unterschiedner Art zu sehn . So Stein= als Edel=Marder zeigen die räuberische fertigkeit , hier in den Höhlen , dort auf Zweigen , samt ihrer kleinen wilden Brut , wie schädlich nun die kleine Thier , so nüzt es uns den(n)och nicht minder . Die Bälge decken uns im Frost , die Losung riechet recht wie Biesam , die Mäuse dienen ihm zur Kost . Auch schleicht die Wiesel hier herum , die auch , mit ihren guten Wercken nicht sonderlich beliebt sich macht , jeden(n)och ist von ihr zu mercken , das sie nicht nur der Mäuse und Ratzen , sie ist zugleich der Schla(n)gen Feind , ihr Balg heilt selber ihren Biss der gifftig seyn soll , und man meint ob heil ihr Blut die böse Sucht . Hieraus nun wird aufs neü entdeckt wie auch in Thieren welche schädlich , ein noch viel grössrer Nutzen steckt .“

Und nicht zuletzt und von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den unstreitig „bedeutendste(n) Augsburger Landschafter dieser Zeit“. Hier denn

von herrlicher Qualität + damit Seltenheit ,

figurieren doch die alten Abzüge gerade dieser so schönen großformatigen Hauptfolge selbst in beispielhaften alten Ridinger-Sammlungen vielfach nur hart beschnitten, beschädigt und aufgezogen. So einschließlich des anstehenden in der schlesischen Sammlung 1885 bei Boerner, 1894 bei Reich auf Biehla + zumindest ohne Plattenrand auch 1889 bei Coppenrath.

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– – – Dasselbe. Oben + unten 2,3-3,2, an den Seiten 3,9-4 cm breitrandig. – Praktisch nur noch im weißen Oberrand – dort auch kleiner Rostfleck – wahrnehmbare geglättete leichte Quetschfalte in der linken Bildhälfte. Kleines Wurmloch in den Felsen links. – Von leuchtend-herrlicher Qualität und damit Seltenheit.

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„ Als kleinen Dank für Ihre immer mit großer Freude und ebensolchem Interesse entgegengenommenen stets neuen Ridinger-Informationen anbei … “

(Herr T. L., 19. Dezember 2014)

 

Die Auslese des Tages