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Johann Elias Ridinger, Diesen Hirsch mit Schlappohren haben Ludwig VIII. von Hessen Darmstadt 1754 geschossen

Das  Darmstädter  Schlappohr

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Diesen Hirsch mit Schlappohren haben des Regier: Herrn Landgrafen von Hessen Darmstadt Hochfürstl: Durchl: (Ludwig VIII.) den 20ten. Augl: 1754. in der gegend von Darmstadt („im Arheilger Forst gegen der Mörsbach bei dem Hirtenhause“) geschossen. „Auch die Geweihe eigenthümlich. Einen ähnlichen findet man in v. Wildungen’s Taschenbuch Jahr 1809-12 abgebildet“ (Th.). Aufgewalzte Photographie von Johann Laifle (aktiv nachweisbar Regensburg 1865 – um 1900). (1865.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. fec. et exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor + auf dem Montagekarton: 28. / Photographirt von J. Laifle. / Verlag von A. Coppenrath in Regensburg. Photogröße 16,8 x 12,8 cm, Kartonformat 32,6 x 25,2 cm.

„ Im  Jagdtagebuch  Ludwig VIII.,

in  dem  die ‚raren Schuß‘ des  Landgrafen  gesammelt  sind ,

findet sich auch der Hirsch ‚mit den Schlappohren‘ “

(Siebert-Weitz). – Blatt 28 der in 5 Lieferungen erschienenen 50blätt. Laifle-Folge als Blatt 63 der Wundersamsten Hirsche, Thienemann 305. Die bibliographische Literatur kennt einzig die 1. Lieferung des Albums. – Gisela Siebert + Wolfgang Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt, 1999, Seiten 32 f. nebst Abb. – Für die Zeichnung in schwarzer Kreide siehe Sammlung Coppenrath Abt. II (1889), Pos. 1913. – Auf eiweißüberzogenem Papier, sprich,

Albumin-Abzug  „ von  hohem  Glanz … (der)  die  feinsten  Details  wiedergibt “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XIII [1889], Seite 17, doch erst für ein Vierteljahrhundert später als Standard vermerkend). Dies im Gegensatz zu den mit Stärke überzogenen und damit eine stumpfe Bildwirkung bedingenden zuvor üblichen Papieren, die somit dem Anspruch des großen Ridinger-Sammlers Coppenrath nicht gerecht werden konnten. Und Danuta Thiel-Melerski 2006:

„ Die  ersten  Fotografien  auf  Albuminpapier  waren  so  dünn ,

dass  man  sie  auf  Pappe  aufkleben  mußte .“

Wie denn auch hier. Seitens Johann Laifle’s „Photographische Anstalt für Portraits und Landschaften“ in Regensburgs Klarenanger No. 2. Dessen Ridinger-Album. Eine Sammlung der schönsten und seltensten Hirsch- und Rehbock-Abnormitäten nach den Originalstichen photographirt – hier komplett aufliegend in Vitrinen-Exemplar – vermutlich sowohl die früheste Laifle-Werkgruppe als auch

das  früheste  Ridinger’sche  Photographicum

überhaupt darstellt. Kurz ,

die  jugendliche  Photographie  begeistert  sich  für  Ridinger

und beschert damit eine Sammlungsbereicherung reizvollster Art . Bis hin zum Platz an der Wand !

Seitens zweier Konkurrenten zwischen 1867 und 1873/75 erfolgte Ankündigungen deutlich umfangreicherer Folgen scheinen gleichwohl nur mit 24 bzw. 48 Blatt realisiert worden und stehen somit nicht nur zeitlich hinter Coppenrath’s Pionier-Edition zurück. Solchermaßen denn Laifle + Coppenrath Ridinger nicht nur als erste ihre photographische Reverenz erwiesen, vielmehr dies auch noch in praktisch zeitlichem Rahmen als

Inkunabeln  der  Photographie !

Laifle’s Spätzeit hier zudem dokumentiert mit einer 1899er „Porträt-Postkarte System Laifle.“, wobei individuelle Porträt-Aufnahmen Laifle’schen Landschafts-Postkarten appliziert wurden. Medaillen errang Laifle 1873 auf der Wiener Weltausstellung + 1876 in München.

Angebots-Nr. 15.686 / EUR  98. (c. US$ 118.) + Versand

siehe auch das Original —
Johann Elias Ridingers eigene Radierung


„ das ‚Haupt-Schwein‘ ist gut … angekommen und gefällt … falls sich weitere Funde … auftun, freue ich mich über Ihre Nachricht “

(Herr W. S., 29. August 2002)

 

Die  Auslese  des  Tages