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Johann Elias Ridinger, Anno 1758 Dises Thier hatt etlichmahl Kælber getragen, endlich im 18. Jahr seines Alters dises Gewichte aufgesezt

Das mährische Mannweib

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1758. Dises Thier ist von Jugend auf in dem Hoch-Reichsgräfl: Waldsteinischen Thiergarten zu Trebitz in Mæhren auferzogen worden, hatt auch etlichmahl Kælber getragen, endlich im 18. Jahr seines Alters dises Gewichte aufgesezt und ist mir von Sr. Hoch-Reichsgräflichen Excelle: dem Hn. Grafen Emanuel Gr. von Waldstein und Wartenberg zugesandt worden. Aufgewalzte Photographie von Johann Laifle (aktiv nachweisbar Regensburg 1865 – um 1900). (1865.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor + auf dem Montagekarton: 31. / Photographirt von J. Laifle. / Verlag von A. Coppenrath in Regensburg. Photogröße 16,8 x 12,8 cm, Kartonformat 32,6 x 25,2 cm.

„ Er gehört also zu den Mannweibern (viragines) ,

deren auch Wildungen in seinem Taschenbuch

1800. Tab. II. ein Paar abgebildet und beschrieben hat “ (Th.)

Blatt 31 der in 5 Lieferungen erschienenen 50blätt. Laifle-Folge als Blatt 79 der Wundersamsten Hirsche, Thienemann 321. Die bibliographische Literatur kennt einzig die 1. Lieferung des Albums. – Auf eiweißüberzogenem Papier, sprich,

Albumin-Abzug „ von hohem Glanz … (der) die feinsten Details wiedergibt “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XIII [1889], Seite 17, doch erst für ein Vierteljahrhundert später als Standard vermerkend). Dies im Gegensatz zu den mit Stärke überzogenen und damit eine stumpfe Bildwirkung bedingenden zuvor üblichen Papieren, die somit dem Anspruch des großen Ridinger-Sammlers Coppenrath als dem Verleger nicht gerecht werden konnten. Und Danuta Thiel-Melerski 2006:

„ Die ersten Fotografien auf Albuminpapier waren so dünn ,

dass man sie auf Pappe aufkleben mußte .“

Wie denn auch hier. Seitens Johann Laifle’s „Photographische Anstalt für Portraits und Landschaften“ in Regensburgs Klarenanger No. 2. Dessen Ridinger-Album. Eine Sammlung der schönsten und seltensten Hirsch- und Rehbock-Abnormitäten nach den Originalstichen photographirt – hier komplett aufliegend in Vitrinen-Exemplar – vermutlich sowohl die früheste Laifle-Werkgruppe als auch

das früheste Ridinger’sche Photographicum

überhaupt darstellt. Kurz ,

die jugendliche Photographie begeistert sich für Ridinger

und beschert damit eine Sammlungsbereicherung reizvollster Art . Bis hin zum Platz an der Wand !

Seitens zweier Konkurrenten zwischen 1867 und 1873/75 erfolgte Ankündigungen deutlich umfangreicherer Folgen scheinen gleichwohl nur mit 24 bzw. 48 Blatt realisiert worden und stehen somit nicht nur zeitlich hinter Coppenrath’s Pionier-Edition zurück. Solchermaßen denn Laifle + Coppenrath Ridinger nicht nur als erste ihre photographische Reverenz erwiesen, vielmehr dies auch noch in praktisch zeitlichem Rahmen als

Inkunabeln der Photographie !

Laifle’s Spätzeit hier zudem dokumentiert mit einer 1899er „Porträt-Postkarte System Laifle.“, wobei individuelle Porträt-Aufnahmen Laifle’schen Landschafts-Postkarten appliziert wurden. Medaillen errang Laifle 1873 auf der Wiener Weltausstellung + 1876 in München.

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„ … Die (vom Schwiegervater geerbten Par force-Jagd) Ridinger … habe ich in meinem Arbeitszimmer bestens neben einem Gobelin plaziert und möchte sie nicht mehr verkaufen. Besten Dank und ein Kompliment an Ihr Haus, dass Sie nach so vielen Jahren noch an mich gedacht haben “

(Herr K.-A. H., 2. Februar 2004)

 

Die Auslese des Tages