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Johann Elias Ridinger, 1741 Ist diser Hirsch von 16 Enden im Forst Romrod von Ludwig VIII. von Hessen-Darmsadt geschossen worden

Der Weiße vom Vogelsberg

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1741. im Monath Septembr: Ist diser Hirsch von 16. Enden bey dem Hochfürstl. Jagt-Haus Jægerthal im Forst Romrod von I. H: Fürstl. Durchl: dem regierenden Hr: Land-Grafen zu Heßen-Darmstatt (Ludwig VIII.) selbst geschoßen worden. Er war von Farbe weis, besonders der Kopff am weissesten aber die Ohren. Aufgewalzte Photographie von Johann Laifle (aktiv nachweisbar Regensburg 1865 – um 1900). (1865.) Bezeichnet: J. E. Ridinger fec., ansonsten wie vor, dazu im Bild selbst oberhalb der Gebäudeanlage Fürstl Jagt Haus Jægerthal sowie auf dem Montagekarton: 35. / Photographirt von J. Laifle. / Verlag von A. Coppenrath in Regensburg. Photogröße 16,2 x 13,2 cm, Kartonformat 32,6 x 25 cm.

„ Als Vorbild kann ein Bild des Hofmalers Stockmar gedient haben,
ist aber im Unterschied zu Eger-Vorlagen nicht genannt …

Romrod, am nördlichen Rand des Vogelsberges,
war Hofjagdrevier der Landgrafen von Hessen-Darmstadt bis zum Jahre 1937 …

Das sog. Jagdhaus Jägertal war eigentlich kein Haus.
Es war einem Zeltlager nachempfunden und bestand aus 14 einzelnen Bauten.
Erbaut war es in den Jahren 1721/22 … “

(Siebert-Weitz). – Blatt 35 der in 5 Lieferungen erschienenen 50blätt. Laifle-Folge als Blatt 50 der Wundersamsten Hirsche, Thienemann 292. Die bibliographische Literatur kennt einzig die 1. Lieferung des Albums. – Gisela Siebert + Wolfgang Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt, 1999, Seiten 24 f. nebst Abb. – Auf eiweißüberzogenem Papier, sprich,

Albumin-Abzug „ von hohem Glanz … (der) die feinsten Details wiedergibt “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XIII [1889], Seite 17, doch erst für ein Vierteljahrhundert später als Standard vermerkend). Dies im Gegensatz zu den mit Stärke überzogenen und damit eine stumpfe Bildwirkung bedingenden zuvor üblichen Papieren, die somit dem Anspruch des großen Ridinger-Sammlers Coppenrath als dem Verleger nicht gerecht werden konnten. Und Danuta Thiel-Melerski 2006:

„ Die ersten Fotografien auf Albuminpapier waren so dünn ,

dass man sie auf Pappe aufkleben mußte .“

Wie denn auch hier. Seitens Johann Laifle’s „Photographische Anstalt für Portraits und Landschaften“ in Regensburgs Klarenanger No. 2. Dessen Ridinger-Album. Eine Sammlung der schönsten und seltensten Hirsch- und Rehbock-Abnormitäten nach den Originalstichen photographirt – hier komplett aufliegend in Vitrinen-Exemplar – vermutlich sowohl die früheste Laifle-Werkgruppe als auch

das früheste Ridinger’sche Photographicum

überhaupt darstellt. Kurz ,

die jugendliche Photographie begeistert sich für Ridinger

und beschert damit eine Sammlungsbereicherung reizvollster Art . Bis hin zum Platz an der Wand !

Seitens zweier Konkurrenten zwischen 1867 und 1873/75 erfolgte Ankündigungen deutlich umfangreicherer Folgen scheinen gleichwohl nur mit 24 bzw. 48 Blatt realisiert worden und stehen somit nicht nur zeitlich hinter Coppenrath’s Pionier-Edition zurück. Solchermaßen denn Laifle + Coppenrath Ridinger nicht nur als erste ihre photographische Reverenz erwiesen, vielmehr dies auch noch in praktisch zeitlichem Rahmen als

Inkunabeln der Photographie !

Laifle’s Spätzeit hier zudem dokumentiert mit einer 1899er „Porträt-Postkarte System Laifle.“, wobei individuelle Porträt-Aufnahmen Laifle’schen Landschafts-Postkarten appliziert wurden. Medaillen errang Laifle 1873 auf der Wiener Weltausstellung + 1876 in München.

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„ das ‚Haupt-Schwein‘ ist gut … angekommen und gefällt … falls sich weitere Funde … auftun, freue ich mich über Ihre Nachricht “

(Herr W. S., 29. August 2002)

 

Die Auslese des Tages