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Johann Elias Ridinger, 1728 ist dieser wundersame Hirsch im Spessart, zwey Stunden von Werthaim, von denen Wildpreths Dieben geschossen worden

Der gewilderte Spessartianer

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno. 1728. ist dieser wundersame Hirsch, in dem alten Bucher=Forst im Spessart, zwey Stunden von Werthaim, von denen Wildpreths Dieben geschossen worden – und dieser hinterhalbstehende mir von einem guten Freunde sein auch seltenes Gewichte zugebracht, und in Natura verehret worden. Der es in einer Verlassenschaft erkaufet. Radierung mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Aufgewalzte Photographie von Johann Laifle (aktiv nachweisbar Regensburg 1865 – um 1900). (1865.) Bezeichnet: E. Ridinger Sculp (recte, siehe unten, M. E. Ridinger, Sculp. A. V.), ansonsten wie vor + auf dem Montagekarton: 48. / Photographirt von J. Laifle. / Verlag von A. Coppenrath in Regensburg. Photogröße 16 x 12,9 cm, Kartonformat 32,7 x 24,8 cm.

Blatt 48 der in 5 Lieferungen erschienenen 50blätt. Laifle-Folge als Blatt 38 der Besondern Ereignisse u. Vorfallenheiten bey der Jagd (figurierend zugleich als Blatt 31 in der III. Ausgabe der Wundersamsten Hirsche von ca. 1859, wie Laifle hinsichtlich der abweichenden Signatur infolge vermutlicher Druckschwäche offenbar vorgelegen hat), Thienemann 371. Die bibliographische Literatur kennt einzig die 1. Lieferung des Albums. – Auf eiweißüberzogenem Papier, sprich,

Albumin-Abzug „ von hohem Glanz … (der) die feinsten Details wiedergibt “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XIII [1889], Seite 17, doch erst für ein Vierteljahrhundert später als Standard vermerkend). Dies im Gegensatz zu den mit Stärke überzogenen und damit eine stumpfe Bildwirkung bedingenden zuvor üblichen Papieren, die somit dem Anspruch des großen Ridinger-Sammlers Coppenrath als dem Verleger nicht gerecht werden konnten. Und Danuta Thiel-Melerski 2006:

„ Die ersten Fotografien auf Albuminpapier waren so dünn ,

dass man sie auf Pappe aufkleben mußte .“

Wie denn auch hier. Seitens Johann Laifle’s „Photographische Anstalt für Portraits und Landschaften“ in Regensburgs Klarenanger No. 2. Dessen Ridinger-Album. Eine Sammlung der schönsten und seltensten Hirsch- und Rehbock-Abnormitäten nach den Originalstichen photographirt – hier komplett aufliegend in Vitrinen-Exemplar – vermutlich sowohl die früheste Laifle-Werkgruppe als auch

das früheste Ridinger’sche Photographicum

überhaupt darstellt. Kurz ,

die jugendliche Photographie begeistert sich für Ridinger

und beschert damit eine Sammlungsbereicherung reizvollster Art . Bis hin zum Platz an der Wand !

Seitens zweier Konkurrenten zwischen 1867 und 1873/75 erfolgte Ankündigungen deutlich umfangreicherer Folgen scheinen gleichwohl nur mit 24 bzw. 48 Blatt realisiert worden und stehen somit nicht nur zeitlich hinter Coppenrath’s Pionier-Edition zurück. Solchermaßen denn Laifle + Coppenrath Ridinger nicht nur als erste ihre photographische Reverenz erwiesen, vielmehr dies auch noch in praktisch zeitlichem Rahmen als

Inkunabeln der Photographie !

Laifle’s Spätzeit hier zudem dokumentiert mit einer 1899er „Porträt-Postkarte System Laifle.“, wobei individuelle Porträt-Aufnahmen Laifle’schen Landschafts-Postkarten appliziert wurden. Medaillen errang Laifle 1873 auf der Wiener Weltausstellung + 1876 in München.

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„ Greetings from your Italian friend and Beethoven collector … Please inform me … “

(Sign. L. B., December 10, 2005)

 

Die Auslese des Tages