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Georg Adam Eger, Dieser Hirsch ... hernach Ao. 1765. durch ein præchtiges Geweyh von 32. Enden bekandt worden

Der Battenberger Kunstgeschichtler

Eger, Georg Adam (1727 Murrhardt 1808). Dieser Hirsch, welchen Se. Hoch-Fürstle. Durchlt. der Regierende Herr Landgraf LUDWIG VIII. zu Hessen-Darmstadt Ao. 1763. aus Battenberg in Ober-Hessen heraus führen und in die große Faisanderie bey Cranichstein bringen lassen, der hernach Ao. 1765. durch ein præchtiges Geweyh von 32. Enden bekandt worden, hat im darauf folgenden 1766ten. Jahr abermal gleiche Anzahl von Enden aufgesezt, wie solcher nach der Natur gezeichnet, hier vorgestellt worden. Radierung mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Aufgewalzte Photographie von Johann Laifle (aktiv nachweisbar Regensburg 1865 – um 1900). (1865.) Bezeichnet: G. A. Eger delineav. et pinxit. / M. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor + auf dem Montagekarton: 30. / Photographirt von J. Laifle. / Verlag von A. Coppenrath in Regensburg. Photogröße 17 x 12 cm, Kartonformat 32,9 x 25,7 cm.

„ Dargestellt ist der wohl bekannteste Hirsch aus dem Jagdschloß Kranichstein …

Der Battenberger Hirsch hat Eingang in die Kunstgeschichte gefunden .

Er ist von dem darmstädter Hofjagdmaler Georg Adam Eger und seinen Schülern mehrmals gemalt worden. Martin Elias Ridinger hat nach einem der Bilder Egers den abgebildeten Kupferstich angefertigt. Vom Darmstädter H. P. Boßler wurde der Hirsch nach einem andern Bild Egers ebenfalls in Kupfer gestochen. Der Kabinettsmedailleur Conrad Heinrich Küchler hat eine der schönsten hessen-darmstsädter Jagdmedaillen mit dem Bild dieses Hirsches angefertigt. Es befindet sich noch heute unweit des Forsthauses Elbrighausen ein gehauener Sandstein, der an den Fang des Hirsches erinnert “

(Siebert-Weitz). – Blatt 30 der in 5 Lieferungen erschienenen 50blätt. Laifle-Folge als Blatt 98 der Wundersamsten Hirsche, Thienemann 340. Die bibliographische Literatur kennt einzig die 1. Lieferung des Albums. – Kölsch, Georg Adam Eger (1727-1808) Jagdmaler am Hessen-Darmstädter Hof, 2010, Kat.-Nrn. 33 + 32 nebst Abbildungen; Siebert + Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt, 1999, Seiten 46 f. nebst Abb. – Auf eiweißüberzogenem Papier, sprich,

Albumin-Abzug „ von hohem Glanz … (der) die feinsten Details wiedergibt “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XIII [1889], Seite 17, doch erst für ein Vierteljahrhundert später als Standard vermerkend). Dies im Gegensatz zu den mit Stärke überzogenen und damit eine stumpfe Bildwirkung bedingenden zuvor üblichen Papieren, die somit dem Anspruch des großen Ridinger-Sammlers Coppenrath als dem Verleger nicht gerecht werden konnten. Und Danuta Thiel-Melerski 2006:

„ Die ersten Fotografien auf Albuminpapier waren so dünn ,

dass man sie auf Pappe aufkleben mußte .“

Wie denn auch hier. Seitens Johann Laifle’s „Photographische Anstalt für Portraits und Landschaften“ in Regensburgs Klarenanger No. 2. Dessen Ridinger-Album. Eine Sammlung der schönsten und seltensten Hirsch- und Rehbock-Abnormitäten nach den Originalstichen photographirt – hier komplett aufliegend in Vitrinen-Exemplar – vermutlich sowohl die früheste Laifle-Werkgruppe als auch

das früheste Ridinger’sche Photographicum

überhaupt darstellt. Kurz ,

die jugendliche Photographie begeistert sich für Ridinger

und beschert damit eine Sammlungsbereicherung reizvollster Art . Bis hin zum Platz an der Wand !

Seitens zweier Konkurrenten zwischen 1867 und 1873/75 erfolgte Ankündigungen deutlich umfangreicherer Folgen scheinen gleichwohl nur mit 24 bzw. 48 Blatt realisiert worden und stehen somit nicht nur zeitlich hinter Coppenrath’s Pionier-Edition zurück. Solchermaßen denn Laifle + Coppenrath Ridinger nicht nur als erste ihre photographische Reverenz erwiesen, vielmehr dies auch noch in praktisch zeitlichem Rahmen als

Inkunabeln der Photographie !

Laifle’s Spätzeit hier zudem dokumentiert mit einer 1899er „Porträt-Postkarte System Laifle.“, wobei individuelle Porträt-Aufnahmen Laifle’schen Landschafts-Postkarten appliziert wurden. Medaillen errang Laifle 1873 auf der Wiener Weltausstellung + 1876 in München.

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(Mr. S. S., May 9, 2016)

 

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