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Das  Jagdglück

von  Friedrich’s  des  Großen  General

in  einem  der  thematisch

am  schönsten  aufeinander  abgestimmten  Pendants

der

» Seltensten  aller  Ridinger-Folgen «

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Diese Hirschen No. 1 und No. 2 so nur eine recht wohl gewachsne Stange ersterer auf der lincken anderer auf der rechten Seite hatten im gegen Stand des andern aufsatzes aber mangelhafft und sonderlich waren – Haben Ser. Durchl.

August  Wilchelm  Herzog  zu  Braunschweig  Bevern

(„der unter dem Namen Herzog von Bevern bekannte Feldherr Friedrichs des Großen“,

Braunschweig 1715 – Stettin 1781 ) –

ersten in der  Lörsischen  Heyde  An(n)o 1759,, den andern Ao. 1750 im Königl. Preusischen  vor  Pomern  in der  Falchenwalder  Forst  Selbsten gepürschet.

den No. 3,, so gleichfals sehr seltsam An(n)o 1759 in der  Mützzelburger  Revieur  Detto geschossen,, Und den No. 4 so auf einer Seite nur ein sprossig auf der andern aber mit seinen Zingen für und hinterwärts gewachsen war hatt man bey

Alten  Stettin

Todt gefunden. Ruhende Vierergruppe nebst Kalb in bizarr-hügeliger Landschaft.

+

Diese Reche Böcke so auch von seltenem Wachstum der Natur zeigen und in ihrer Art viel veränderliches und artiges haben, ebenfals Von Sr. Herzogl. Durchl.

August  Wilchelm  Herrn  Herzog  zu  Braunschweig  Bevern .

Der No. 1. So wie eine Krone und im Mittel ein einig aufgewachsnes herfürstehendes Gewichtlein zeiget, wurde in dem Königl.

Hinter  Pom(m)erischen  Mühlenbeckischen  Forst  Revieur

= Der No. 2. in

for  Pom(m)ern  in  der  Hoch=Adelichen  Stoltzenburgischen  Heyde

An(n)o 1767 geschossen.

Der mit einer herauf u: herunter stehenden Stange No. 3. einige Jahr zu for aber geschossen, in dem

Stettinischen  oder  Bruche  genan(n)t  der  schwarze  Ort .

und endlich auch der No. 4. So extra starck und groß war, und biß 13 Enden zeigte, wovon vier auch hinten naus ganz unten an der Krone gewachsen waren, wurde von hocher Hand in

Hinter  Pom(m)ern  im  Hochen  Krugischen  Revieur

gepürschet. Lebhafte Vierergruppe nebst Kitz, sich in einem Pool am Waldrand erfrischend. Zurückgelegen leicht hügelige weite Landschaft.

Martin Elias Ridinger, Hirsche von August Wilhelm zu Braunschweig-BevernMartin Elias Ridinger, Rehe von August Wilhelm zu Braunschweig-Bevern

2 Blatt. Radierung mit Kupferstich (nach väterlicher Vorlage?). Bezeichnet: VII. bzw. VIII. / Martin Elias Ridinger sculp. bzw. Mart. El. Ridinger sc., ansonsten jeweils wie vor. 35-35,1 x 25,8-25,9 cm.

Ad Ridinger: Thienemann + Schwarz 350/51; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1870 + Slg. Reich auf Biehla 97, beide  (1885 bzw. 1894) nur Th. 350 , davon das schles. Explr. ohne Plattenrand + aufgezogen. – Wie denn Th. 351 auch innerhalb des 1889/90er Coppenrath’schen Folgen-Torsos (Nr. 1546 der II. Abt.) fehlte. – In der Slg. des Marktleerfegers Georg Hamminger (1895) figurierten die beiden Blätter lediglich innerhalb dessen 44- bzw. 46blätt. Nahezu-Ganzen („meist mit breitem Rand, einige Blätter nur mit Schriftrand und aufgezogen. Dabei sehr seltene Blätter.“), nicht aber mit weiteren Doubletten wie viele andere der Folge.

Ad August Wilhelm: ADB I, 665 ff. + zusätzlich VI, 261 per Ernst Ferdinand; Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., II, 850.

Das Paar VII/VIII der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd („The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928), ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend Vorlagen des ersteren auf Kupfer übertragen.

Wobei nicht allein nach hiesigen Erkenntnissen Martin Elias’ Bedeutung für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Folgen nicht vorzeitig abgebrochen wurden oder, wie hier, postum erschienen.

Und indem Wolf Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34), in medias res gehend, Th. 722, Der Wilde Büffel und das Crocodil, aus den Kämpfen reißender Thiere bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, eben auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz. Ein Aspekt, der das Ridinger’sche Zusammenspiel vertiefend beleuchtet.

Die  am  nördlichsten  angesiedelten , lokal-  wie  potentatenmäßig

jeweils  einzigen  im  rund  1600blätterigen  Ridinger-Œuvre ,

geschaffen  zudem  als  naturhistorisch  belangreiches  Paar

(„fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“, Th., was letzteres hier, selten so schön, auch die jeweils punktgenauen beiden Löchlein im weißen Oberrand als Spuren ihres Zusammenheftens belegen) in zudem gleichmäßig kräftigen,

herrlich  warmtonigen  Abdrucken

mit  der  römischen  Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.; hiesige figurierten Mitte des 19. Jhdts. u. a. ersatzweise per arabischer Nummer 69/70 in der III. Ausgabe der Wundersamsten Hirsche)

aus  altem  adeligen  Bestand  und  solchermaßen  bestverwahrt

und rücksichtlich eines noch 1767er Ereignisdatums als dem Todesjahr des Vaters (10. April), auch der, gleichwohl keineswegs ausschlaggebenden, alleinigen Signatur Martin Elias’, möglicherweise ganz von diesem selbst gearbeitet.

Auf festem Bütten, zumindest VII mit typograph. Wz. (WANGEN als der von den Ridingers bevorzugten Qualität?). – Oben + unten 5,3-6,3 cm, an den Seiten 2,7-4,2 cm breitrandig. Am äußeren weißen Oberrand von VII schwacher Stockfleck, die Außenkante des Unterrandes von VIII ganz minimal gebräunt und knitterspurig.

Thematisch schließlich klassische Belege der Folge für deren ideelle Zugehörigkeit und „eine Art Fortsetzung (zur Serie) der ‚Wundersamsten Hirsche‘“ (Dr. Morét im Ridinger Katalog Darmstadt). Und zugleich

eines  der  thematisch

am  schönsten  aufeinander  abgestimmten  Pendants  der  Folge

als  Widerspiegelung  des  Jagdglücks

des  Kommandanten  (seit 1746) + Gouverneurs  (seit 1758)  von  Stettin :

Führte „(Z)u Anfang des Siebenjährigen Kriegs … eine aus pommerschen Regimentern bestehende Kolonne nach Sachsen und Böhmen und befehligte 1. Okt. 1756 bei Lob(w)ositz, wo er beim Ausgehen der Munition durch einen Bajonettangriff den Sieg entschied, den linken Flügel. Am 21. April 1757 schlug er die Österreicher unter Königsegg bei Reichenberg …“ (Meyers).

„ Bevern war für seine Zeit ein gelehrter Officier, galt für einen großen Taktiker, worunter man besondere Gewandtheit in der Entwickelung der Marschcolonnen zum Aufmarsche und in allen Evolutionen der damaligen Gefechtsordnung verstand. – Wie überall, zeigte Bevern besonders auch bei Lowositz … seltene Tapferkeit … (Der von ihm am Morgen der Schlacht von Prag, 6. Mai 1757, gegebene Rat) den linken, an der Queue der Marschcolonne marschierenden Flügel, zugweise in die Tete zu nehmen … (wurde) seitdem in der preußischen Armee üblich “

(ADB I, 665 f.).

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„ Wegen der Eile – das Werk soll Anfang nächster Woche verschenkt werden – würden wir Kurierdienst bevorzugen … Der guten Ordnung halber hier unsere Bestätigung, dass Ihr Paket … wohlbehalten bei uns eingetroffen ist … Wir würden die Verpackung ungern öffnen, weil das gute Stück gleich wieder auf Reisen gehen soll … “

(Herr F. R., 29. Aug./2. Sep. 2013)

 

Die  Auslese  des  Tages