English

„ … nach dem Leben abgezeichnet 1774 “

Der Asiatische oder Axishirsch

für Helbing 1900 ( „Aeusserst selten“ )

eines der teuersten der Folge

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Auf dieser Blatte habe ein paar Abbildungen von Asiatischen Hirschen vorstellig gemacht, welche wegen ihrer regelmæßigen Art in Flecken seltsam anzusehn seyn, Ihre grundfarbe ist rothbraun … Sie haben aber mit (Damhirschen) und unsern wild Hirschen viel gemeines, thun in Europa auch wohl ihr Geschlecht vermehren dahero Sie von großen Herrn auch pflegen in Lust=Gærten gehalten zu werden, man pfleget Sie auch zum unterschied und nach Landes Art den Hirsch den Axis=Bock und detto Thiere zu nen(n)en, habe solche nach dem Leben abgezeichnet 1774. Hirsch + Tier, beide mit Halsband, das des letzteren mit Monogramm B(D?)TOH ( HOHENLOHE ? ), in Park mit Freitreppe, Fontaine etc. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: XXIX. / M. E. Ridinger, sc. A. V., ansonsten wie vor. 33,5 x 24,8 cm.

Martin Elias Ridinger, Axishirsch

Thienemann + Schwarz 372; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1881 („Aeusserst selten“, 1885); Slg. Reich auf Biehla 115 („Aeusserst selten“, 1894); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 888 („Aeusserst selten“, 1900). So denn auch

fehlend 1889/90 unter den 33 Blättern der Folge bei Coppenrath

und Helbing benotete sie innerhalb der ihm verfügbaren 43

mit 50 Goldmark und damit mit großem Abstand zum Gros der übrigen .

Blatt XXIX der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Wobei nicht allein nach hiesigen Erkenntnissen Martin Elias’ Bedeutung für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Folgen nicht vorzeitig abgebrochen wurden oder, wie hier, postum erschienen.

Und indem Wolf Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34), in medias res gehend, Th. 722, Der Wilde Büffel und das Crocodil, aus den Kämpfen reißender Thiere bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, eben auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz. Ein Aspekt, der das Ridinger’sche Zusammenspiel vertiefend beleuchtet.

Von Thienemann als „ziemlich grob und steif … der Vater hätte sie anders dargestellt“ bemängelte

seltene Darstellung .

„ Der Axis lebt in den Ebenen Ostindiens und auf den benachbarten Inseln, nachts in starken Rudeln umherschweifend,

und bildet einen Gegenstand der eifrigsten Jagd .

„ Die (Inder) suchen ihren Pracht und Reichthum hauptsächlich in Heerden von edlem Wild, das in Lustwäldern und Forsten gehegt wird. In dieser Absicht wählen sie sich große, mit vielen angenehmen Quellen versehene, und mit Mauern umgebene Wälder, darinnen sich viele wie Thürme gestaltete Jagdschirme für die Jäger befinden … “

(Curtius Rufus, Alexander der Große, Ffm. 1783, Bd. II, Seiten 262 f.).

Er wird vollständig zahm, pflanzt sich auch bei uns fort … “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 565/I nebst Abb.).

Martin Elias könnte das Paar umsomehr in einem Hohenlohe’schen Park gesehen haben, als der ihm schon aus dessen Darmstädter Zeit verbundene Georg Adam Eger in den 70ern in dortigen Diensten gestanden zu haben scheint. Hirsch + Tier derselben finden sich auch auf dem schönen 1697er Berliner Öl des Willem Frederick van Royen Die Menagerie des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg im Jagdschloß Grunewald (Abb. siehe Bol, Holländische Maler des 17. Jhdts., 1969, SS. 289 f.).

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammend, hier denn

herrlich in ihrem warmen Hell-Dunkel

des breitrandigen Abdruckes mit WANGEN-Wasserzeichen als einer der von Ridinger bevorzugten festen Bütten-Qualitäten

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Im linken weißen Rand Falz + Heftlöchlein von vormahliger Bindung.

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.).

Angebots-Nr. 15.719 | EUR 1500. | export price EUR 1425. (c. US$ 1723.) + Versand


„ … Übrigens ist Ihr Internetauftritt wirklich überaus interessant, habe ihn unter Favoriten gespeichert und schaue sicher öfters rein “

(Herr J. F., 27. Mai 2013)

 

Die Auslese des Tages