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Ridinger’s Ammergau=See

für Helbing 1900 das zweitteuerste Blatt der Folge

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Im am(m)ergau=See in Bayren wurde mir von einem Jaeger ebenfals erzehlet, daß als er auf einen wilden (Sing-?)Schwanen angeschlagen, Ihme ohn vermuhtet da Er sichs nicht versehn, auch ein Besonders starcker (See-)Adler so zu reden in den Schuß geflogen, daß er dießen und den andern Vogel zu gleich getroffen. Der Schütze nebst zwei Hunden und einem schon erlegten kleineren Vogel links in einer Dreier-Baumgruppe, der Kampf Seeadler/Schwan über dem offenen Wasser mit Blick auf das jenseitige Ufer. Radierung mit Kupferstich nach väterlicher (?) Vorlage. Bezeichnet: XXXII. / M. E. Ridinger. sc: A. V., ansonsten wie vor. 24,6 x 33,3 cm.

Martin Elias Ridinger, Im Ammergau-See in Bayern

Thienemann + Schwarz 375; Slg. Reich auf Biehla 117 ( „Aeusserst selten“, 1894! ); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 890 ( „Sehr selten“, 1900! ). – Fehlte 1885 der schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX ebenso wie 1889/90 bei Coppenrath.

Blatt XXXII der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928; hiesige

Ammersee–Scenerie

von Helbing mit weitem Abstand zu den übrigen Blättern der Folge

mit 80 Goldmark am zweithöchsten benotet ) ,

und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Wobei nicht allein nach hiesigen Erkenntnissen Martin Elias’ Bedeutung für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Folgen nicht vorzeitig abgebrochen wurden oder, wie hier, postum erschienen.

Und indem Wolf Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34), in medias res gehend, Th. 722, Der Wilde Büffel und das Crocodil, aus den Kämpfen reißender Thiere bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, eben auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz. Ein Aspekt, der das Ridinger’sche Zusammenspiel vertiefend beleuchtet.

Die zeichnerische Hand Johann Elias’ anstehenden Falles nicht durch dessen Signatur gestützt, doch wird mit ihm auf dem Markt die hier nicht vorgelegene unsignierte Kreide-Studie eines hinter einem Baum verborgenen Jägers im Anschlag aus der Sammlung Hamminger (1895) und als zu anstehendem Blatte gehörig in Verbindung gebracht. Kompilatorische Rückgriffe Martin Elias’ erscheinen bei dem einen und anderen Blatt dieser Folge denkbar.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammender breitrandiger Abdruck auf festem Bütten als von Ridinger bevorzugter Qualität

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Die Außenkante des weißen Unter- sowie rechten Seitenrandes partiell minimalst riß- bzw. knitterspurig, in letzterem ferner gänzlich unwesentliche partielle schwache Randstockstippigkeit. Links im weißen Rand noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung.

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Hier also mit dem Angriff eines Seeadlers auf eine Henne samt Nachwuchs der Kormoran-Scharbe im Tÿrol am Inn=See.

Angebots-Nr. 15.721 | EUR 1500. | export price EUR 1425. (c. US$ 1723.) + Versand


„ (D)ie Sendung (Hogarth / Marriage à-la-Mode) ist gestern wohlbehalten hier eingetroffen. Ist alles bestens, und ich danke Ihnen nochmals herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und prompte Lieferung … Viele Grüße … “

(Herr C. K., 3. November 2013)

 

Die Auslese des Tages