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Johann Elias Ridinger, Americanischer Hirsch

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Americanischer Hirsch. 12-Ender „Ganz flüchtig … dunkel rothbraun, Kopf und Hals grau, der Schwanz ein wunderlicher Stummel, sonst dem Edelhirsch gleichend. Die Zeichnung ist leider bloss nach einer Beschreibung eines Reisenden gemacht, daher Phantasiestück. Uebrigens giebt es in Amerika gar manche Hirschart, daher ist auch der Name ‚Amerikanischer Hirsch‘ gänzlich zu verwerfen“ (Th.). Kolor. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: CERVVS Americanus. / Cerf Ameriquain / Familia II. Zweyhufig. / Rid. fec., ansonsten wie vor. 30,6 x 20,7 cm.

Thienemann + Schwarz 1009. – IM RIDINGER’SCHEN ORIGINAL-KOLORIT des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

„ Man kann diese Thiere wohl mit Recht unter die edelsten Geschöpfe zählen, da besonders ihr Wuchs, ihr Geweihe, ihre Stärke, die zugleich mit der möglichsten Geschwindigkeit verbunden ist, ihnen ein vorzügliches und majestätisches Ansehen geben … (Diese Tafel) stellet einen

amerikanischen Hirschen

vor, der aber nicht nach dem Leben, sondern nach der Beschreibung eines allhiesigen guten Freundes, der aber selbst in Amerika gewesen und solche gesehen hat, gezeichnet ist. Der Unterschied den sie an sich haben bestehet darinnen, daß sie etwas dunkler auch wohl kleiner sind, als unsre Hirschen, ferner, daß sie ganz kurze Gewichter haben, hinten eine große weiße Scheibe zeigen und eine sehr steife und längere Ruthe haben. Dieser Freund erzehlete und versicherte, daß er sie mehr als einmal in einem Zug zu hunderten gesehen und angetroffen habe “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. I, SS. 15 f., in Kopie beiliegend).

Mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 2-3,4, unten 5,4 cm breitrandig. – Zwei winzige Braunstippen im linken weißen Rand, sonst beneidenswert makellos und farbfrisch und unbeschadet Thienemanns Kritik

ein prächtiges Blatt .

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„ Ihr Jubiläumskatalog ist, wie überhaupt alle Ihre Kataloge, wieder in jeder Hinsicht anregend. Denn ‚niemeyer’s‘ ist, anders als es Curd Jürgens besang, nicht ‚… 60 Jahre und kein bißchen weise …‘, sondern weise und zugleich mutig genug, sich agenturgestalteter Hochglanzkataloge zu verweigern und stattdessen etwas herauszugeben, das fast schon eine eigene Kunst-Literatur-Gattung darstellt – informativ, unterhaltend, lehrreich, sprachlich prickelnd, angereichert mit (kunst)historischen und aktuellen Zitaten und Bonmots. Es ist ein Erlebnis, darin zu stöbern “

(Herr P. D., 27. Januar 2019)

 

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