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Martin Elias Ridinger, Zobel Siberischer oder Sarmatischer Marder

„ Das kostbarste unter allem Pelzwerk “

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Zobel Siberischer oder Sarmatischer Marder. / Egyptische Wiesel (Frettel). Je eines der Spezie, davon ersterer vorn mittig. Kolor. Radierung/Kupferstich. Bezeichnet: MUSTELA Zibellina. MUSTELA Pharaonis. / Zobel … wie vor / Matre Zibeline de Siberie. Belette. / Familia IV. Fünffzæhige. / ex Collect. Ludolfii (Klein). / Ridinger. sc. 30,6 x 19,8 cm.

Thienemann + Schwarz 1054. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Der Zobel „gleicht unter den Gattungsverwandten am meisten dem Baummarder … Das glänzende seidenweiche Fell, welches schon seit alter Zeit als

das kostbarste unter allem Pelzwerk

gilt, ist um so höher im Preis, je einfarbiger es ist … Am häufigsten ist er gegenwärtig noch auf Kamtschatka, wo die fast unzugänglichen Berge ihm Zufluchtsstätten gewähren. Hinsichtlich der Lebensweise gleicht er unserm Edelmarder“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XVI [1890], 948 f.). Der hiesige von bevorzugter kastanienbrauner und dunklerer Färbung bei nur relativ wenig Weiß:

Ridinger, Zobel und Mungo (Ausschnitt)
Zobel und Mungo (Ausschnitt)

„ (S)o haben wir … zugleich noch einen Siberischen Zobel abgebildet, dessen kleiner Balg wegen seiner Schönheit bey den Rußen in großem Werthe stehet, besonders wenn er schwarz ist. Sie jagen daher beständig auf dieselbe und ziehen jährlich große Summen Geldes aus dem Verkaufe dieser Pelzwaare “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 6, in Kopie beiliegend).

Mit dem für seine Sammlungen berühmten Jacob Theodor Klein („Plinius Gedanensium“, Königsberg 1685 – Danzig 1759; Danziger Stadtsekretär, später Direktor der von ihm mitbegründeten Danziger Naturforscher-Gesellschaft, Mitglied der Royal Society, London, und Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg; ADB XVI, 92 ff.) stand Ridinger in regem Kontakt und wurde von diesem auch für sein Thierreich-Unternehmen vielfältig unterstützt. Kleins von Linnés anatomischer Systematik überholter Klassifizierung nach Art und Zahl der Gliedmaßen folgend, tragen die Frühzustände einiger Blätter der Folge denn auch noch Referenzen zu dessen 1751er Quadrupedum dispositio brevisque Historia Naturalis, wie Thienemann für einige Tafeln bekannt und für verschiedene weitere per hier vorliegendem Komplett-Exemplar dokumentiert. Ridinger selbst hebt per Vorwort in seinen Dankesworten „insonderheit die ungemein schöne Sammlung des Herr P(rofessor). Klein

aus  der  Ludolphischen  Verlassenschaft , welche  lauter  Original=Stücke  enthält “

hervor. Und die Söhne speziell zu anstehendem:

„ Da wir ein Egyptisches Frettel – „ist wohl der Mungo, Herpestes mungo“ (Th.) – in einer recht guten Abbildung besitzen, welches etwas größer ist, als unsre Wiesel und einen ganz anderen Schwanz hat, so haben wir solches auch bey dieser Vorstellung mit angebracht … “

Die Zuweisung der Arbeit an Johann Elias’ Ältesten, Martin Elias, ergibt sich aus der als individuell erachteten Schreibweise – wie einem Punkt oder Komma zwischen „Ridinger“ und etwa „sc.“ – , verglichen mit solchen mit dessen Namen gezeichneter Blätter des Thierreichs.

Mit Wz. C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen  der  feinen  Illumination“  für  die  kolorierten  Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,7-3,2 cm, unten 5,4 cm breitrandig. – Von rückseits durchschlagendes Braunfleckchen innerhalb des Buschwerks.

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  1. „berühmtes Werk, welches der verdiente Naturforscher Jacob Theodor Klein in Danzig unter dem Titel: Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis 1751 … herausgab. Er hatte es vermehrt und verbessert selbst ins Deutsche übersetzt, und sein Freund Gottfried Reyger gab es 1760 unter dem Titel heraus: J. Th. Klein’s Natürliche Ordnung und Vermehrte Historie der Vierfüssigen Thiere. Ridinger stand in genauer Verbindung mit Klein, wurde bei diesem (Thierreich-)Unternehmen vielfach von ihm unterstützt und richtete sich nach Klein’s System“ (Th., S. 200)

„ das ‚Haupt-Schwein‘ ist gut … angekommen und gefällt … falls sich weitere Funde … auftun, freue ich mich über Ihre Nachricht “

(Herr W. S., 29. August 2002)

 

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