English

Martin Elias Ridinger, Faultiere

„ … in den Wüsten
von Brasilien und Mexico “

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Ein Affe mit 3 Klauen. / Das langsame od’ faule Äfflein. Beide Male das Faultier. Zum einen das auf einem Block angekettet sitzende Kaputzen-Faultier (Bradypus cuculliger, seu tridactylus), hinter diesem auf einer Palme der auf ihn herabschauende Unau (Choloepus didactylus). Vor dem Block Kürbisse. Kolor. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: AI BRASILIENCIA et MEXICA. / UNAU, IGNAVUS VEL TARDIGRADUS. / Singe avez trois Ongles = / Singe paresseux ou Tardiff. / Familia I. Zwey zeege, und Familia II. Drey zeege. / Ridinger, sc., ansonsten wie vor. 31,4 x 21 cm.

Thienemann + Schwarz 1039. – IM RIDINGER’SCHEN ORIGINAL-KOLORIT des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

„ … mithin bleibt uns nur noch ein einiges Thierchen übrig… und nirgend anderswo als

in dem heißesten Theile von Amerika angetroffen wird .

Es heißet solches: (1.) Unau, der langsame oder faule Affe, Faulthier. Der Aufenthalt dieses Thieres ist eigentlich in den Wüsten von Brasilien und Mexico. Wir hatten zwar … lange Anstand genommen, die Vorstellung dieses Thieres zu liefern, weil wir selbst noch keines davon im Leben gesehen haben; indessen, da es gerade das einige ist, welches in diese Ordnung gehöret, so wollten wir die Vorstellung desselben nicht ganz weglassen und entschloßen uns dahero solche nach einem Gemählde aus Welschland zu verfertigen, worauf unterschiedene fremde Thiere vorgestellet waren, die uns bereits bekannt waren, und nach der Wahrheit und Natur gemahlt zu seyn schienen …

2. Ai, Faulthier mit drey Klauen … diese Vorstellung haben wir der Gütigkeit des Herrn Jele (Jakob Jehle [?] aus Schwäb. Gmünd, gest. Regensburg 1602), ehemals in Nürnberg sich aufhaltenden berühmten Portrait Mahlers zu danken, an deren richtigen und sicheren Zeichnung gar kein Zweifel zu tragen ist; Der Aufenthalt dieser Thiere ist … Brasilien bis gegen Mexico hin … nur daß der Ai noch eher eine mehrere Bewegung sich machen kann, als der vorgedachte Unau “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, SS. 1 f., in Kopie beiliegend).

Die Zuweisung der Arbeit an Johann Elias’ Ältesten, Martin Elias, ergibt sich auf Grund hier als individuell erachteter Schreibweise – wie einem Punkt oder Komma zwischen „Ridinger“ und etwa „sc.“ – , verglichen mit solchen mit dessen Namen gezeichneter Blätter des Thierreichs.

Mit Wz. C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,5-2,5 cm, unten 4,5 cm breitrandig. – Säurefrei hinterlegter 2-cm-Einriß im weißen Rand oben links und außerhalb des Bildes selbst partiell meist nur schwach altersfleckig/stippig.

Angebots-Nr. 15.964 | EUR 290. | export price EUR 276. (c. US$ 334.) + Versand

Ridingers Koloriertes Thier=Reich im Original-Kolorit

verfügbar in

Einzeltafeln in großer Auswahl

+

komplett in absolut einzigartigem Provenienz-Exemplar


“ ich bestätige den Eingang des Kaufpreises und bedanke mich ausdrücklich für die liebenswürdige und vertrauensvolle Abwicklung. Eine solche Zuverlässigkeit ist heutzutage (leider) selten ”

(Herr T. L., 6. März 2012)

 

Die Auslese des Tages