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Ridinger, Ginsterkatze

„ Liefert gesuchtes Pelzwerk “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Genith-Katze. Die für ihr Pelzwerk berühmte Ginsterkatze aufmerksam auf flacher Erhebung vor Gesträuch nach links. Kolor. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: COATI, GENITTA Hispanica. / Genith-Katze. / Le Chat d’Espagne. / Familia IV. Fünffzähige. / Ex Collection. D. Kleinii. / J. El. Ridinger fec. et excud. A.V. 30,8 x 20,3 cm.

Thienemann („Der Name Coati gebührt ihr nicht, auch sollte sie nicht Katze heissen, weil sie … nichts [so nicht richtig, als Schleichkatze gehört sie zu den Katzenartigen] mit der Katze gemein hat“) + Schwarz 1065.

IM RIDINGER’SCHEN ORIGINAL-KOLORIT

des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Ginsterkatze (Ausschnitt)
Ginsterkatze (Ausschnitt)

„ … bewohnt die Länder des Atlas, kommt aber auch in Spanien und Südfrankreich vor, bevorzugt feuchte, buschreiche Gegenden … Ihr Fell liefert gesuchtes Pelzwerk. Karl Martell („Retter der christlich=germanischen Kultur … [gegenüber dem] gewaltigen Anprall der Araber in Spanien und Aquitanien“, Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., IX [1889], 511) erbeutete 732 nach dem Sieg über die Sarazenen viele Kleider, welche mit diesem Pelz versehen waren, und

stiftete einen Orden der Ginsterkatze ,

dessen Mitglieder die ersten Fürsten waren “

(Meyers, a. a. O., XVI [1890], 893/II per Zibetkatze). – Und Ridingers Söhne ergänzend im Textvorspann:

„ … dieses Thier … trägt auch hinten einen Beutel, der mit einem wohlriechenden Safte angefüllet ist und solchen ausdünstet … In den regelmäßigen Flecken übertrifft ihr Fell noch die vorhin gedachte Zibetkatze … und in ihrem Verhalten ist sie allen übrigen Arten der Katzen ähnlich. “

Endgültiger Zustand mit der innerhalb des Untertextes leicht nach oben verschobenen Familia-Zeile nach Entfernung des „Q. D. S. XXVIII.“ als Thienemann unbekannt gebliebene Referenz zu Jacob Theodor Kleins 1751er Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis.

Mit dem für seine Sammlungen berühmten Klein („Plinius Gedanensium“, Königsberg 1685 – Danzig 1759; Danziger Stadtsekretär, später Direktor der von ihm mitbegründeten Danziger Naturforscher-Gesellschaft, Mitglied der Royal Society, London, und Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg; ADB XVI, 92 ff.) stand Ridinger in regem Kontakt und wurde von diesem auch für sein Thierreich-Unternehmen vielfältig unterstützt. Kleins von Linnés anatomischer Systematik überholter Klassifizierung nach Art und Zahl der Gliedmaßen folgend, tragen die Frühzustände einiger Blätter der Folge denn auch noch Referenzen zu dessen Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis, wie Thienemann für einige Tafeln bekannt und für verschiedene weitere per hier vorliegendem Komplett-Exemplar dokumentiert. Ridinger selbst hebt per Vorwort in seinen Dankesworten „insonderheit die ungemein schöne Sammlung des Herr P(rofessor). Klein

aus der Ludolphischen Verlassenschaft , welche lauter Original=Stücke enthält “

hervor. – Mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen + C & I Honig (Typ Heawood 64/Churchill 428) als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,8-3 cm, unten 5,1 cm breitrandig. – Einige auch etwas größere Braunstippen im weißen Textfeld.

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  1. „berühmtes Werk, welches der verdiente Naturforscher Jacob Theodor Klein in Danzig unter dem Titel: Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis 1751 … herausgab. Er hatte es vermehrt und verbessert selbst ins Deutsche übersetzt, und sein Freund Gottfried Reyger gab es 1760 unter dem Titel heraus: J. Th. Klein’s Natürliche Ordnung und Vermehrte Historie der Vierfüssigen Thiere. Ridinger stand in genauer Verbindung mit Klein, wurde bei diesem (Thierreich-)Unternehmen vielfach von ihm unterstützt und richtete sich nach Klein’s System“ (Th., S. 200)

„ im Internet habe ich in Ihrem Katalog das vorgenannte Werkverzeichnis … gefunden …

Mit Interesse habe ich auch Ihren offenen Brief an die Herausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.7.2003 gelesen, zumal ich (bei früherer Gelegenheit) … mir … von der Frankfurter Allgemeine Zeitung den Vorwurf des ‚Kulturglobalisten‘ gefallen lassen mußte … “

(Herr A. G., 8. Dezember 2003)

 

Die Auslese des Tages