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Ridinger, Schwarzer Tannhirsch

Ridinger’s  unikate (?)  Darstellung  eines

Rotwild-Schwärzlings

+

einzige  mit  „ Thierberg “  gekennzeichnete  Lokalität

des  Œuvre  ohnehin

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Diser schwartze Tann-Hirsch ist Anno 1739. in der (Hohenlohisch) Hoch-Græflichen Kirchbergischen Wild-Fuhr zu Thierberg, mit disem raren Gewichte, von dem dortigen Wildmeister Job Jac. Brasoler geschoßen worden. / So ist auch diser große und starcke Rehe-Bock Anno 1755. d. 5. Jan: in der Grafschafft Erbach mit disem schönen Gewichte geschoßen worden. Der Schwarze rechts liegend, der Bock keck links von ihm stehend, begünstigt vom Durchblick durch mächtige Hecken-Staffage auf zurückgesetzte, von zwei Greifen umflogene zwei Koniferen. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: 83. / Joh. El. Ridinger del. et direxit Aug. Vind. 1765 / Martin Elias Ridinger sculps. A. V., ansonsten wie vor. 34,1 x 26,4 cm.

Thienemann + Schwarz 325; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.22. – Tafel 83 des subskriptionsweise erschienenen umfangreichen Standardwerkes „Genaue und richtige Vorstellung der wundersamste Hirsche sowohl als anderer besonderl. Thiere … der in der Natur sich zeigenden Seltenheiten“, wie bis heute unüberholt geblieben. – Mit 52 x 36,1 cm Blattgröße extrem breitrandiger Abdruck auf oben noch unbeschnittenem Bütten. – Säurefrei hinterlegter Kleinsteinriß im 5,3 cm breiten linken weißen Seitenrand sowie kleine dünne Stelle im weißen Plattenfeld links unten.

Rotwild-Rarität + Ridinger’sche  Werk-Rarität

die Darstellung eines Schwarzen mit zudem seltenem Aufsatz im Rahmen seiner Wundersamsten, wie schon Löns faszinierte, woran Paul Dahms in seinem Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen (München 2005, SS. 38 f.) wieder erinnerte:

„ ‚Und da sah ich ihn. Wie der Leibhaftige‘ … nachdem (Löns) das erste mal einen schwarzen Bock im Anblick hatte … die Dichte ist sehr gering. So bleibt die Jagd auf einen schwarzen Bock stets etwas Besonderes und sie war es auch für Hermann Löns, der drei Jahre beharrlich pirschte bis er den ‚Schwarzen vom Jammertal‘ erneut vor die Büchse bekam und endlich erlegen konnte. “

Wobei nicht nur nach hiesigen Erkenntnissen die Bedeutung des Ältesten, Martin Elias, als dem Stecher anstehender Tafel für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Werke nicht vorzeitig abgebrochen wurden, wie gerade auch das kolossale der Wundersamsten, dem auch anstehendes Motiv zugehört. Von dessen letzten 27 Arbeiten übertrug Martin Elias allein 21 auf die Platte.

Und indem Wolf Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34), in medias res gehend, Th. 722, Der Wilde Büffel und das Crocodil, aus den Kämpfen reißender Thiere bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz. Ein Aspekt, der das Ridinger’sche Zusammenspiel vertiefend beleuchtet.

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Die  Auslese  des  Tages