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Johann Elias Ridinger, Gürteltiere

Endemisch in Nordost-Brasilien

Das Brasilianische Dreibindengürteltier

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Schild-Ferkel oder Panzer-Thier. Ersteres auf niedrigem Stein nach rechts, das andere am Boden nach links. Kolor. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: ARMADILLA Orientalis. / * TATU porcinus, TATU simplie: / ** TATU porcinus, omnium pulcherimus. / Ventres pilosi optime observati. // Schild-Ferkel / oder Panzer-Thier. // Cochon écaillé / ou cuirassé. // Familia III. Vierzähige. // J. El. Ridinger fec. et exc. A. V. 31,5 x 21,2 cm.

Thienemann + Schwarz 1042. – IM RIDINGER’SCHEN ORIGINAL-KOLORIT des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Gürteltiere (Ausschnitt)
Gürteltiere: rechts das Brasilianische Dreibindengürteltier (Ausschnitt)

„ Die Abbildung (des Panzerthiers oder Schildferkleins) haben wir abermalen der Gütigkeit des Herrn Secr. Kleins zu danken … Es ist gleichsam in einen Küraß eingehüllet, der aus größeren und kleineren Schuppen bestehet, die so hart sind,

daß sie von keiner Kugel durchdrungen werden können .

Es ist dieses Thier ein vollkommener Ameisenjäger … Wenn es aber nicht mehr entfliehen kann, so kugelt es sich in einen Ball zusammen und verbirgt den Kopf und Schwanz so tief unter dem Bauche, daß man von beyden nichts mehr gewahr wird, und

daß kein Zahn und keine Klaue … das geringste dagegen ausrichten kann

… man findet es sowohl in Ost= als Westindien “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 3, in Kopie beiliegend). Dazu Thienemann:

„ Welches Gürtelthier a) darstellen soll, vermag ich nicht zu ermitteln, b) ist das Roll-Gürtelthier, Dasypus tricinctus (= das im Nordosten Brasiliens endemische Brasilianische Dreibindengürteltier bzw. Dreibinden-Kugelgürteltier als zugleich seltenste Art der Gürteltiere). “

Die von Thienemann bemängelte, gar nicht einmal so bedeutende Kleinheit der Tiere aus hiesiger Sicht den Blick für die für das Gesamtwerk notwendigen Relationen wie auch die per Kulisse immer erzielte malerische Bildwirkung vermissen lassend. Im übrigen bedarf ein Tafelwerk nun einmal des einheitlichen Formats und der Connaisseur schätzt dessen Großzügigkeit und verwirft schon deshalb besagte unkoloriert gebliebene Neuausgabe, von der Thienemann (S. 200) meint, manche Tafel nähme sich nun besser aus, doch einräumen muß, daß „auch zugleich manches Ende von Bäumen und Sträuchern, manche Zierrath, ja sogar manches Thier mit fortgenommen worden“ sei. Eben. Man kann nun einmal nicht beides zugleich haben wollen.

Mit dem für seine Sammlungen berühmten Jacob Theodor Klein („Plinius Gedanensium“, Königsberg 1685 – Danzig 1759; Danziger Stadtsekretär, später Direktor der von ihm mitbegründeten Danziger Naturforscher-Gesellschaft, Mitglied der Royal Society, London, und Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg; ADB XVI, 92 ff.) stand Ridinger in regem Kontakt und wurde von diesem auch für sein Thierreich-Unternehmen vielfältig unterstützt. Kleins von Linnés anatomischer Systematik überholter Klassifizierung nach Art und Zahl der Gliedmaßen folgend, tragen die Frühzustände einiger Blätter der Folge denn auch noch Referenzen zu dessen 1751er Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis, wie Thienemann für einige Tafeln bekannt und für verschiedene weitere per hier vorliegendem Komplett-Exemplar dokumentiert. Ridinger selbst hebt per Vorwort in seinen Dankesworten „insonderheit die ungemein schöne Sammlung des Herr P(rofessor). Klein

aus der Ludolphischen Verlassenschaft , welche lauter Original=Stücke enthält “

hervor. – Mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen + C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 2-2,7 cm, unten 4,5 cm breitrandig. – Einige kleine Braunflecken/Stippel fast nur im linken weißen Papierrand.

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  1. „berühmtes Werk, welches der verdiente Naturforscher Jacob Theodor Klein in Danzig unter dem Titel: Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis 1751 … herausgab. Er hatte es vermehrt und verbessert selbst ins Deutsche übersetzt, und sein Freund Gottfried Reyger gab es 1760 unter dem Titel heraus: J. Th. Klein’s Natürliche Ordnung und Vermehrte Historie der Vierfüssigen Thiere. Ridinger stand in genauer Verbindung mit Klein, wurde bei diesem (Thierreich-)Unternehmen vielfach von ihm unterstützt und richtete sich nach Klein’s System“ (Th., S. 200)

„ vielen Dank für die Information und die Zusendung der Broschüre … Ich sammele seit Jahren Galeriewerke … Mir ist die Seltenheit des ‚Cabinet du roi‘ und auch die ensprechende Qualtät des angebotenen (fantastischen) Bandes bewußt … “

(Herr M. S., 23. Mai 2015)

 

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