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Johann Elias Ridinger, Haupt Schwein bei Oberndorf/Allgäu

Auf G(rand). R(eserve). Papier

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dises Haupt Schwein hat an den 2. vorder und rechten hinder=Läuffen das geäffter auf vorgestellte weise gehabt, dahero es sich wie eine Bache mit Frischlingen gespühret, und ist nachdem es zum öffteren davor gehalten, Anno 1731. in dem Algeu bey Oberndorff geschossen worden. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: 1. (sic!) / J. El. Ridinger ad vivum del. sculp. et excud. 1742., ansonsten wie vor. 37,4 × 29,3 cm (14¾ × 11½ in).

Thienemann + Schwarz 268; Weigel (1857) 20 D („Neue Abdrücke“, siehe nachfolgend). – Blatt 26 der 101blätt. Folge der Wundersamsten Hirsche und anderer wundersamer Thiere, hier nach Löschung der Ursprungs-Numerierung offenbar in der Platte, sonst handschriftlich, umnumeriertes Blatt 1 – renumeriert gelegentlich anderwärtiger neuer Gesamtausgabe um 1859 – der als Separat-Ausgabe Andere wundersame Tiere (Niemeyer II.2) gemeinschaftlich von Engelbrecht und Herzberg um 1824/25 verlegten Ausgabe mit den sechs Sauen als Aufgalopp. Der Ridinger’sche Kunstverlag war spätestens 1821 auf das dortige Haus Engelbrecht übergegangen, dessen Martin E. (1684-1756) Johann Elias freundschaftlich verbunden gewesen war. Gemeinsam mit der Herzberg’schen Kunsthandlung startete im August 1824 ein umfangreiches Subskriptions-Programm der Werke Ridinger’s auf Grundlage „der jetzt vervollkommten Kupferdruckerei und deren zweckmäßigen Einrichtung … ohne alle restaurierende Nachhülfe … (voll) Reinheit und Kraft (und unveränderter Farberhaltung)“. Deren häufig bemerkbare optisch leichte Härte hier nicht gegeben.

Zugehörige Zeichnung in der Staatlichen Graphischen Sammlung München. – Eine auf dem Berliner Auktionsmarkt 2010 als „Deutsch / 18. Jhdt. Wildschwein auf einer Waldlichtung“ gehandelte Gouache „über einer Radierung möglicherweise von Ridinger“ gegenüber dessen hiesigem Kupfer kopistenhaft vereinfacht gewesen, so namentlich das so wesentliche Geäfter der plumpen beiden Vorderläufe und des rechten Hinterlaufs. Dito Pürzel und Felsen.

Die Schrift etwas schwach eingefärbt, sonst herlicher Abdruck auf schwerem Velin-Papier mit Wz. (Thurn)eisen G(rand). R(eserve). der von 1558 bis 1925 in Basel (bis 1886), Kandern (1819-1852) und Maulburg (1836-1925) florierenden Thurneisen-Mühlen.

„ Seit Aldus Manutius (tätig 1494-1515) pflegten die Drucker für besondere Kunden einige Abdrucke ihrer Drucke auf größerem Papier (grand papier, large paper) mit breiterem Rand herauszugeben. Ursprünglich für Gelehrte bestimmt, die am Rand ihre Bemerkungen anzubringen pflegten, später als Vorzugsexemplare von den Bibliophilen hoch geschätzt “

(G. A. E. Bogeng in Löffler-Kirchner, Lexikon des Gesamten Buchwesens, I [1935], 256 per Breitrandige Abzüge. Ränder des hiesigen unten/oben 4,7-5 und seitlich nur 2,2 cm breit. – Rechte Oberecke mit leichter Spur früherer Auflage auf Untersatz-Bogen, sonst bestens.

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„ heute kam das Paket – vielen Dank für die excellente Verpackung. Das Bild ist wirklich sehr schön … Wir freuen uns auf Ihre (weitere) Nachricht. Herzliche Grüße aus F. “

(Herr + Frau T. C., 13. Mai 2002)

 

Die  Auslese  des  Tages