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Zurück aus Amerika

Johann Elias Ridinger, Dieser besonders rare Tyger

» Dieser besonders rare Tyger «

stehend für
»Kunst und Wissenschaft«

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Diser besonders rare Tyger, dessen rothe Farbe am Kopf, Halß, Ober Schenklen und unter Leib nicht zu beschreiben, die dunckle als liechte meist aber schwarze Flecken, so meistens mit einer Verbremung noch geziert,

gaben ihm ein verwundernd schön Ansehen ,

Schweif, Mähn auch unter Schenckel waren gantz schwarz, und hatt solches der berühmte H. von Hamilton nach dem Leben in Wien gemahlt, welche Mahlerey Pl. Tit. Herr Baron von Thurn noch besitzen. Bewegt breit nach links, den geneigten Kopf dem Betrachter zugewandt. Linksseits zurückgesetzt je ein stehendes und lagerndes Pferd sowie Gutshof-Komplex mit Turm. Radierung mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: 92. / Joh. El. Ridinger exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculps. A.V., ansonsten wie vor. 34 × 25,3 cm (13⅜ × 10 in). – Thienemann 334:

» Ein schönes Pferd mit Schwanenhals , dessen Farben Ridinger näher angiebt. «

Schwarz 334. – Blatt 92 der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere (»Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch gesondert verkauft«, Th.) in seitlich 3,5-4,3 und oben/unten 6,6-7,3 cm breitrandigem möglicherweise postumen Abdruck auf wolkigem Bütten.

Hs. Nummerung 93 in Bister rechts außen der oberen Blattkante. – Die kaum erwähnenswerten wenigen hellen Stockstippen/fleckchen fast nur im Oberrand. – Oberhalb der unteren Blattkante der 2,2-4,3 cm messende ovale Stempel

VEREIN FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT NEW YORK

VEREIN FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT NEW YORK .

Johann Elias Ridinger, Dieser besonders rare TygerGegründet wurde der Verein 1858 von Ernst Plassmann (Sondern bei Wuppertal 1823 [1822?] – New York City 1877), dessen Startlöcher als einer der führenden Bildhauer und Schnitzer der Vereinigten Staaten seiner Zeit Aachen, Köln und Paris bildeten. Seine 2,6 m hohe 5-Tonnen-Statue auf adäquatem Granit-Podest von Cornelius Vanderbilt, The Commodore, als dem langjährigen Mann der Grand Central Railway war die monumentalste Bronze-Büste der Vereinigten Staaten seiner Zeit, geschaffen nach Albert de Groot, einem Vanderbilt’schen Dampfschiff-Kapitän. Eingeweiht im November 1869, zeigt sie den Mogul in Jefferson-Pose – die Rechte auf der Brust, die Linke abwärts ausgestreckt – , barhäuptig in seiner typischen Winterkleidung. Ursprünglich als Teil eines 46 m-Podests zu Leben + Schaffen des genialen Unternehmers im Fracht-Terminal der Hudson-River-Railway plaziert, wechselte sie 1929 an die Süd-Fassade von Mid Manhattan’s Grand Central Terminal zu den zwei jener anderweitigen, später ans MTA-Museum abgegebenen gußeisernen Adler, deren elf oder zwölf die 1910 abgerissene Grand Central Station schmückten und sich damit vereinzelten.

Von besonderer Importanz des weiteren neben einer Gutenberg’s auch seine New Yorker Kolossal-Lehm-Statue Benjamin Franklin’s als Drucker – die Linke hält eine Ausgabe der Pennsylvania Gazette – von 1870/71 in Printing House Square, eingeweiht am 17. Januar 1872. Nicht minder spektakulär die Tammany’s von 1868/69 als des legendären Häuptlings der Delaware-Indianer als Teil der Tammany Hall-Fassade an der 14. Straße.

Plausibel denkbar denn auch , daß Plassmann oder wer auch immer dort

hiesiges Tiger-Pferd wie auch die beiden anderen Tiger des 6blätt. Satzes

nirgends anders erwarb als beim Trommler für Ridinger in Amerika ,

Emil Seitz 413 Broadway ,

gefeiert von LLOYD’S 1866/67er New Yorker Fremdenführer als einer nunmehr auf die Nachfolger Messrs. Weisman & Langerfeldt übergegangenen Institution schlechthin, sprechend von

» Emil Seitz, dem weitbekannten virtuoso … über Jahre hinweg mit Etablissements des Kunsthandels hierzulande wie in Europa verbunden … (unterhaltend) eine der feinsten Sammlungen von Kupferstichen, Radierungen, Schabkunstblättern, Zeichnungen, Aquarellen etc. wie jemals auf diesem Kontinent gesehen. «

Erst 1850 nach Amerika aufgebrochen, pflog er bei seinem Tode 1911 bereits 25 Jahre des Ruhestandes, um dennoch eines ex cathedra-Nachrufes seitens der NEW YORK TIMES gewiß sein zu dürfen. Er war der Schwiegersohn Ferdinand Ebner’s, dem seit 1821 Teilhaber der Herzberg’schen Kunsthandlung in Augsburg, die gemeinsam mit der Martin Engelbrecht’schen Handlung als Eigentümerin eines Großteils der Ridinger-Druckplatten um 1824/25 qualitativ sehr gute Neuauflagen derselben veranstalteten, wenngleich zumindest weitgehend nicht auf Bütten. – Siehe hiesiges Der da klotzte — Emil Seitz & Ridinger am Broadway.

Als eines angemessenen Rahmens für anstehenden besonders raren Tyger aus dem Stalle der »Pferde des Himmels« mit ihrem 2000jährigen Ursprung im sibirischen Altai-Gebirge im Grenzgebiet zur Mongolei, zu Kasachstan und China. Mit welcher Altai-Lokalität sich über die Zeiten bis heute mythische Sehnsüchte verbinden als »weit im Osten ein Land von ewiger Schönheit und Weisheit (sei), namens Belowodje (weißes Wasser). Nur wenigen, auserwählten Menschen sei es gestattet, dieses Land zu finden … Belowodje. Vor über tausend Jahren, bevor Russland den christlich-orthodoxen Glauben von Byzanz übernahm, 987, taucht es aus dem Dunkel der Geschichte auf. Es heißt, höhere Wesen begrüßen dort die, die es suchen, ein Land, in dem die Menschen in Frieden und Harmonie leben. Belowodje.«

Belowodje im Altai-Gebirge … Die Reise an diesen Ort utopischer Sehnsüchte beginnt am Berliner Hauptbahnhof. Fünf Tage und Nächte mit der Transsibirischen Eisenbahn … Nach über 5.000 Kilometern im Zug: die Berge des Altai … zur Fahrt an den Ort der Verheißung: Belowodje.

Belowodje, die Suche nach dem utopischen Ort, ist eine Art Pilgerreise. Man lässt alles hinter sich und taucht ein in eine Welt, in der die Natur auf gewaltige Weise kommuniziert… «

Utopia mit den Tiger-Pferden als Faktum .

Denn viel, viel edler die einstigen, die auf einmal verschwundenen, doch schon zur Ridinger Zeit wieder blühenden, dann namentlich heutiger amerikanischer Neuzüchter große Lust … Hier denn aus des Meister’s laufender Serie wundersamster Erscheinungen als

zoologisches Fallbeispiel der Wissenschaft.

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(Mr. P. M., April 30, 2003)

 

Die Auslese des Tages