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In Sammler oh là là ! Einband

Das Non plus ultra einer Ridinger–Sammlung
als
immenser Ergänzungs-Fundus zu Thienemann

Ridinger – von Gutmann – Schwarz, Ign(az). Katalog einer Ridinger-Sammlung. (Slg. Rudolf Ritter von Gutmann.) 2 Bde. in 1. Wien, Manuskript-Druck, 1910. 4° (31 × 24 cm). XX, 210; XI, 168 SS., 1 w. Bl. Mit zahlreichen Abbildungen und

116 (statt 118, davon 6 farb. + 1 gefalt.) Tafeln ,

deren in Bd. I fehlende Tafeln 23 + 35 in Kopie beiliegend .

Franz-Bd. im Stil der Ridinger-Zeit, will heißen hellbraunes Kalb-Ldr. auf 5 echten Bünden mit Kapitalbändern in Rot + Gold, zarter Deckelfilete u. schmaler ornament. Innenkanten-Prägung, farbigen Innenspiegeln + Vorsatz, Kopfgoldschnitt sowie Vorderdeckel- + Rückenprägung »Johann Elias Ridinger« in Frakturschrift.

Vorsatz von Katalog der Ridinger-Sammlung Rudolf von Gutmann

Provenienz

Sammlung W. L.

siehe unten

Niemeyer, Ridinger Erlebnisse 1698-2020, 2021, SS. 223 ff. + 233 nebst 3 (2 farb.) Abb. Siehe dortselbst auch die Farbseite XIX.; Wend, Ergänzungen zu den Oeuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1, 1975, S. 302 (in Unkenntnis der römisch numerierten Explre. I/II).

Nr. 187/200 Explren. (Gesamtauflage 202 Explre., davon 2 römisch numerierte auf pgtartigem. Papier, nicht impressumgemäß »auf Pergament«, in Pergament und mit den Illustrationen als Montagen; des Barons Nr. I hier aufliegend). – Von von Gutmann In Treue meiner Mutter gewidmet.

Bd. I auf schwerem Japan, Bd. II auf leichterem, was für Wend’s Hinweis spräche, dieser sei erst 1918 erschienen. Gleichwohl auch schon die Tafeln zu Bd. I auf jenem letzteren. Und beide Titel mit Datum 1910. – Am Schluß des 1. Bandes Impressum von Wilh. Fischer’s Buchdruckerei in Wien.

Der vom »hochgebildete[n] Doyen der damaligen Wiener Antiquare« (Chr. M. Nebehay, Kat. 75, S. 2) verfaßte Katalog der wohl umfassendsten graphischen Ridinger-Sammlung aller Zeiten, enthaltend 1606 Blatt Graphik + 12 römisch numerierte Zeichnungen. Letztere entsprechende der nicht minder legendären Altmeister-Sammlung Baron von Lanna’s in Prag scheinen erst nach Manuskriptschluß hinzugekommen zu sein.

Woraus sich für die Graphik gegenüber Thienemann und Graf Stillfried’s Ergänzungen zu diesem

der immense Ergänzungs-Fundus

von unbeschriebenen 15 Radierungen + 126 Schabblättern ,

23 Varianten , 2 zusätzlichen Portraits , 53 Blättern nach Ridinger

und 51 verlegten Blättern ( 47 von Rugendas , 4 vom Sohn Johann Jacob )

ergibt! Erschlossen zudem nach wissenschaftlichen Kriterien durch umfassende Register – Initien / Künstler / Verleger / Chronologie / Personen / Topographie – , gewährleistet der Katalog eine gebotene neuzeitliche Handhabung unter Beibehaltung + Fortführung der Numerierung Thienemann’s, dessen dankenswerte Blattbeschreibungen indes nicht unnötigerweise wiederholt werden.

Den Grundstock bildete die 1903 komplett übernommene Sammlung Josef Horn, die neben dem nahezu vollständigen Bestand nach Thienemann + Stillfried bereits eine Reihe unbekannter Blätter einbrachte. 1905 folgte als qualitativ bedeutsame Erweiterung die Reihe der Marjoribanks Folios der Sammlung Dudley Coutts Marjoribanks, 1st Baron Tweedmouth, später Lord T. (1820-1894) in ihren unvergleichlichen französischen Wappen-Maroquins legendärer Bibliophiler der Ridinger-Zeit und früher, von denen die beiden Pompadour-Bände in letzter Zeit hier durchgelaufen sind.

Und so ist der Schwarz — ein Dedikations-Explr. Den Herren [Kollegen] J. u. D. Halle [Mchn.] der Verfasser. Wien 16. 1. 914 hier 1982 in prominente Bibliographen-Hände durchgelaufen — denn auch die Widerspiegelung des immer aufs neue beherzten Zugriffes eines der ganz großen Sammler der k.k. Monarchie. Zu begreifen nur vor einem wirtschaftlichen Hintergrund von Graden.

Rudolf (Wien 1880 – Victoria, BC, 1966) war der zweite Sohn von Wilhelm Ritter von Gutmann und dessen zweiter Frau Ida, einer geborenen Freiin von Wodianer von Kapriora. Der das Glück hatte, daß der ältere Stiefbruder Max die wirtschaftliche Führung eines Imperiums übernahm, dessen Kern jene von der österreichischen Rothschild-Linie rund dreißig Jahre zuvor geerbten Rechte bildeten, die noch unerschlossenen Kohle- und Eisenvorkommen in Witkowitz bei Mährisch-Ostrau in Böhmen auszubeuten, welcher Ort erst kurz zuvor von Gutmann und Rothschilds gegründet worden war. Sie gediehen zu den größten Eisenwerken der k.k. Monarchie und erlaubten eine Ausdehnung der Familieninteressen auf Schwerindustrie und Banking. Eingefaßt von runden 50000 ha Ländereien. Entsprechend war die Ridinger-Sammlung eingebettet in eine solche noch ganz anderer Dimension. Darunter der schlesische Hedwigs-Codex, der später über die Sammlung Ludwig in Aachen ins Getty Museum gelangte. Und damit zurück nach Amerika. Denn dorthin war der Codex dem Baron gefolgt, als dieser »aus Wien nach Vancouver gekommen (war), etwa so weit fort von Hitler, wie es nur möglich war« (H. P. Kraus 1982 in Die Saga von den kostbaren Büchern).

Katalog der Ridinger-Sammlung Rudolf von Gutmann

Dominantes Exemplar

wie dank seiner noch fürs Ridinger-Jahrhundert stehenden Französischen Bindung – die beiden römischen Exemplare in ihrer Pergament-Bindung als eigenen Rechts beiseite lassend – solchermaßen hier bislang weder durchgelaufen noch bekannt geworden. Dessen teils von Buchstaben-Kürzeln begleitete zarte Bleistift-Einkreisung zahlreicher Nummern – bemerkenswert deren Häufung bei den Heiligen-Blättern in ihrer besondere Kennerschaft verratenden Schabkunst-Manier – bezogen wohl auf Vorhandenes, nicht als noch Fehlendes. Als zumindest nicht mit ihrem Endbestand in den frühen 1980ern harmonierend, sollte an obige Sammlung W. L. diesbezüglich nicht gedacht werden.

Der Rücken leicht verblichen, ist der Einband berieben und an Ecken/Kanten bestoßen. Zudem der Band als Ganzes mit maximal bis etwa 9 cm und damit noch überwiegend nur die breiten weißen Unterränder betreffend feuchtigkeitsspurig, nicht aber schmutzrandig, wie dabei die Regel. Sicht- und fühlbar also wohl, aber nur als Welligkeit. Wie bei einem Band wie diesem umsomehr übersehbar, als dank des starken Papiers dessen Umblättern sich, schönste Assoziationen weckend, schlichtweg pergamenten vernehmen läßt. – Auf den glattgebliebenen Einband-Decken die Feuchtspur als Rand-Schattierung von 3 bis 8 cm oberhalb der Unterkante erkennbar von, doch hier seitlich noch 1,5 bis maximal (Rückdeckel) 6 cm breit auslaufend. Auf dem Vorderdeckel bis ⅓, auf dem Rückdeckel bis ⅔ Höhe, gut und gern hinnehmbar wie vor. Summa summarum bereichernd die Sammlung um ein, alles in allem, sehr schönes Stück.

Angebots-Nr. 16.296 | EUR 590. | export price EUR 561. (c. US$ 633.) + Versand


„ … bin mit Ihrem (Ankaufs-)Angebot vollauf zufrieden. Bitte weisen Sie das Geld auf mein Konto … Ich bedanke mich bei Ihnen für den Abschluss des Geschäfts und verbleibe mit freundlichen Grüßen “

(Frau S. P., 25. Mai 2013)

 

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