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TIROL

Das Landschaftserlebnis Tirol
in frühesten Darstellungen reiner Berglandschaften

Heimat auch für Steinbock + Gams

Roelant Savery, Gebirgslandschaft

Nach dem „Entdecker“ des alpinen Wasserfalls für die Kunst

„ Das Landschaftserlebnis Tirol “

Savery, Roelant (Kortrijk 1576 – Utrecht 1639). Die zu weiter schiffbarer Talferne abfallende große Gebirgslandschaft. Mit dem von Waldkulisse gesäumten, in Kaskaden in die Tiefe stürzendem Wildbach „vorbei an einem Hüttenwerk und einem von einem (recte zwei) Wasserrad angetriebenen Hammerwerk bei einer Kupfer- oder Eisenschmiede. Die Landschaft erinnert an Gegenden westlich von Salzburg im Pinzgau und im Gebiet von Viehhofen. Die Felspartien ähneln denen der unteren Krimmler Wasserfälle“ (Kurt J. Müllenmeister). Als kleine Nebenszene unten links außen der in seiner Grotte in einem Buch lesende Hl. Hieronymus mit dem Löwen als Vorgriff zu Späterem. Auf dem von Ortschaften gesäumten Flußlauf Boote + mehrmastige Segler. Radierung mit Kupferstich von Isaac Major/Mayor (Frankfurt/Main 1588 – Wien nach 1642). Bezeichnet innerhalb des Bildes auf einem Stein unten linksaußen unterhalb des Löwen: Roeland Savery Pinxit / Isaac Maior sculpsit / Viennæ Austr. 1622. Blattgröße 53 x 70,4 cm.

Joaneath Spicer, Roelandt Savery and the ‚Discovery‘ of the Alpine Waterfall in Rudolf II and Prague, The Court and the City, 1997, SS. 146-156; Thieme-Becker, Major, XXIII (1929), 580 (Hauptblatt); Weigel, Kunstkatalog/Major, I (1838), 451 ( „Die grosse Capitallandschaft mit dem h. Hieronymus … Alter Abdruck. Qu. Imp. fol.“ ); Nagler, Major, VIII (1839), 201, 1 ( „… das Hauptblatt des Künstlers; 1622 mit ausserordentlichem Fleisse ausgeführt … Es gibt alte [wie hiesiger] und neue [partieweise ganz sichtbar schwache] Abdrücke von der Platte … J. Wagner hat dieses Blatt von der Gegenseite copirt.“ ); Nagler, Savery, XV (1845), 48 ( „Eine ziemliche Anzahl von Gemälden dieses Meisters sind auch im Stiche bekannt, und darunter nennen wir vor allem die grosse Hochgebirgslandschaft zur Linken mit malerisch geformten Felsen, Wasserfällen, Eisenhämmern und weiter Thalferne und vorn der heil. Hieronymus, gestochen von Isaac Maior, Viennae 1622.

Dies ist ein kostbares Hauptblatt der älteren Manier …“ );

Wurzbach, Savery, II (1911), 563, 2 ( „Hochgebirgslandschaft mit Eisenhämmern …“ ). – Im Gegensinn geschaffene

zeitnahe , besonders kompetente Wiedergabe

im Originalformat

des Savery-Öls von 1606 in Petersburg (Ermitage, Inv.-Nr. 5584; Müllenmeister [1988] 241; Kupfer, 54 x 72 cm) und damit aus den ersten Jahren des Arbeitens in Öl, gestochen von dem als Prager Savery-Schüler mit dem Œuvre besonders vertrauten Major, dessen malerisches Schaffen alsbald hinter dem des Kupferstechers zurückblieb, in welchem Fache er sich bei keinem Geringeren als dem dort wirkenden kaiserlichen Hofkupferstecher Egidius Sadeler II (Antwerpen 1570 – Prag 1629; „Das bedeutendste Mitgl. der [Sadeler-]Familie. Auch Maler … Einer der besten Stecher der Zeit“, Th.-B.) vervollkommnete, in dessen Haus er lange wohnte.

Savery seinerseits stand von 1604-1612 als Kaiserlicher Kammermaler im Dienst des überragend kunstsinnigen Rudolf II.

„ Als Savery 1604 nach Prag kam, stand ihm der phantasievollste und fruchtbarste Teil seiner Entwicklung bevor … Im Auftrag Rudolfs II.

bereiste Roelant zwischen 1606 und 1608 Tirol .

Diese Reise hinterließ bleibende Eindrücke in seinem gezeichneten und gemalten Œuvre und beeinflußte den Künstler in entscheidendem Maße. In zahlreichen phantasievollen Landschaften, zum Teil mit außerordentlich bizarren, jedoch gleichzeitig

naturnahen Ansichten von Tirol

und mit Erlebnissen naer het leven, hat Savery diese Reise in seine Kunst einfließen lassen … Ihre Naturnähe ist unübertroffen … Die Jahre in Prag … bedeuteten für Savery eine Zeit ungebundener Tätigkeit, Reisen undvolle Entfaltung zu einem der bedeutendsten Künstler seiner Zeit “

(Kurt J. Müllenmeister im Ausstellungskatalog Roelant Savery in seiner Zeit, Köln/Utrecht 1985/86, SS. 32 ff.).

Eben dieser Zeit entstammt anstehende Gebirgslandschaft , stehend für

„ das Landschaftserlebnis Tirol “ ,

für die „wilde , ursprüngliche Kraft“ jener frühen Jahre.

Tonige, in allen Nuancen herrlichste Druckqualität und auch erhaltensmäßig gesamthaft adäquat sehr schön vorliegend, wie bei diesen Übergrößen alles andere als selbstverständlich. Eigens zu vermerken der Beschnitt auf Bildkante und geglättete Horizontal- + Vertikalfaltung, erstere bildseits nicht, letztere nur wenig bemerkbar und nur diese im rückseitigen Gegenlicht hier und da auch etwas dünn bis hin zu drei minimal(st)en Löchlein und solchermaßen vorsorglich als Ganzes säurefrei (Filmoplast) verstärkt. Versorgt ebenso ganz vereinzelte wie kleine Randeinrisse. Rückseitiger Oberrand mit drei 3-4 x 2-3 cm messenden Papierresten von früherer Auflage auf Untersatzkarton. Solchermaßen aber

großartig durch und durch . Und fascinierend imperial .

Angebots-Nr. 16.083 | Preis auf Anfrage

„ Früheste Darstellungen
reiner Berglandschaften aus Tirol … “

Ehrenberg (Ernberg) / Lech – Beaumont, Jean François Sir Albanis de (Chambéry 1755 – 1812). The Barriere at the Castle of Ehremberg. Mit verstreut liegenden Gehöften und dem ein Fuder heimfahrenden Landmann im Vordergrund. Sepia-Radierung von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,6 x 44,7 cm.

Jean François Albanis de Beaumont, Ehrenberger Klause

Besonders feine Berglandschaft im prächtigen Ursprungs-Kolorit

der einstigen Festung Ehrenberg – heute Ehrenberger Klause – am Lech an der Straße von Füssen nach dem Oberinntal an der nördlichen Grenze Tirols. – Breitrandiger Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier.

Sir Albanis zeichnete sich als Zeichner, Stecher in Aquatinta und Landschaftsmaler sowie Architekt aus. Aus dem Piemont stammend, wurde er in England naturalisiert. Bei Egg heißt es über ihn:

„ Veröffentlicht zwischen 1787 und 1806 eine große Anzahl von Ansichten aus Italien und aus dem Alpengebiet, die er zum Teil selbst in Aquatintamanier sticht und zum Teil durch Cornelis Apostool stechen läßt. Seine Stiche gehören zu den

frühesten Darstellungen reiner Berglandschaften aus Tirol … “

Apostool, Maler, Zeichner und Stecher, aber, gleich Goethe, eher den sogenannten Liebhaber-Künstlern zuzurechnen, erhielt seine Ausbildung an der Amsterdamer Zeichenakademie (1784-1786) bei dem Landschafter Hendrik Meijer, den er anschließend nach England begleitete, wo er etliche Jahre in London lebte. Seine ca. 80

von Kennern geschätzten schönen Landschafts-Aquatinten ,

vielfach nach niederländ. Meistern und den alpinen Reiseskizzen Sir Albanis de Beaumont’s und erschienen in verschiedenen Folgen zwischen 1790 + 1795, sind das Ergebnis jener künstlerisch für ihn so überaus fruchtbaren Zeit. Später arbeitete er nur noch vergnügenshalber.

Gleichzeitig, wie auch später noch, war er für die niederl. Regierung tätig, in deren Auftrag seine Wege ihn bis nach New York, Frankreich und wiederholt auch zuück nach England führten.

1807 endgültig zurück in Amsterdam, wurde er im Folgejahr erster Direktor des dortigen Königlichen Museums und Mitglied des Kgl. Instituts der Wissenschaften, Literatur und Künste. 1816 Ritter des Niederl. Löwen-Ordens.

Angebots-Nr. 15.244 | EUR 890. | export price EUR 846. (c. US$ 1023.) + Versand

Jean François Albanis de Beaumont, Ehrenberger Klause

– – Dasselbe als Aquatinta von Apostool in Braundruck. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,8 cm. – Breitrandiger Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.245 | EUR 670. | export price EUR 637. (c. US$ 770.) + Versand

Weitere malerische Tirol-Ansichten
von Albanis de Beaumont siehe unten

Von höchstem Gipfel
mitten hinein in’s Œuvre der Tiepolos

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Steinbock sie haben nur 1. zuweilen 2. junge, kom[m]en zu ihrer vollkom[m]enen grösse erst im 4. oder 5.ten Iahr und werden sehr alt. Zwei Böcke + 1 Geiß auf höchstem Felsvorsprung. Radierung mit Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger inv. delin. sculps. et excud. Aug. Vindel., ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,7 x 42,4 cm.

Johann Elias Ridinger, Steinbock

Thienemann + Schwarz 234. – Blatt 39 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Großes Lilien-Wz. – 3,7-4,1 oben + unten 2,2-3,3 cm breitrandig. – Links in den Felsen unauffälliges kleines Wurmloch, im rechten Bildrand schwache Druckspur. Oben ein noch bis an den breiten Plattenrand heranreichender sowie unten ein kleinerer Einriß im breiten weißen Rand jeweils säurefrei hinterlegt. – Rückseits Bleistiftkritzeleien eines Sammler-Enkels.

DAS SOUVERÄNE SUJET

als Zustandsdruck vor der Numerierung , wie literaturunbekannt ,

von herrlicher Qualität + und damit potenzierter Seltenheit .

„ … Ich überleg , auf welche Weise , durch seiner Hörner Stärck und Pracht , Der Schöpfer diese Klippen=Bürger , so sicher für Gefahr gemacht Da er nicht nur daran sich henget , nein , da er wenn er auch wo fällt , Da er es vorwirft seinen Kopf beschützet , dass er nicht zerschellt . Es scheuet sein verwegnes Aug und fester Schenckel keine Grüffte … wer ist denn , der die weise Macht der Gottheit nicht bewundern muss … “

Und nicht zuletzt und von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den unstreitig „bedeutendste(n) Augsburger Landschafter dieser Zeit“.

Die beiden Steinböcke einschließlich des oberen Teils des Felsvorsprungs verarbeitete Giovanni Domenico Tiepolo (1727-1804) in praktisch lupenreiner Kopie u. a. in der signierten lavierten Kreide-/Federzeichnung Bergziegen mit ruhendem Wanderer (Christie’s 2820 [2014, New York], 23, mit hiesiger Radierung als Vergleichsabb.), wobei er den von rückwärts gesehenen zweiten Bock nunmehr unterhalb des Felsen einen Pfad hinabgehen ließ und das Ganze in eine Genreszenerie mit weiteren Ziegen nebst Wanderer – dieser wiederum ein Rückgriff auf das väterliche Öl Der Tod des Hyazinth der Sammlung Thyssen-Bornemisza – einbettete.

Mit Ridinger und seinem Werk bekannt geworden, als er 1750-53 mit seinem Vater, dem gewaltigen Giambattista (1696-1770), in der Würzburger Residenz an den Fresken des Kaisersaals und Treppenhauses arbeitete, finden sich dort erstmals verschiedene Ridinger-Tiere, die in den von den späten 1750ern bis in die 1790er für den Familienlandsitz in Zianigo geschaffenen Fresken Domenico’s weitere Verwendung fanden. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.491 | EUR 1300. | export price EUR 1235. (c. US$ 1493.) + Versand

– – – – Dasselbe als nicht gelaufene „KÜNSTLERKARTE“ (Postkarte) in Tiefdruck von O. Felsing, Hof-Kupferdruckerei, Charlottenburg. Ebda., Nationaler Verlag Wilhelm Felsing, ca. 1900/20. 9 x 14 cm.

Angebots-Nr. 28.475 | EUR 29. (c. US$ 35.) + Versand

Früheste malerische Tiroler Berglandschaften

— Fortsetzung —

Veroneser Klause – Etsch – The pass of Chiusa and distant Mountains near Belluno and Osseniego. Von der Bildmitte nach vorne links die Etsch an der Berner Klause (heute Veroneser Klause bzw. Chiusa di Ceraino), rechts die von den sich bis in einige Höhe fortsetzenden Befestigungswerken des Chiusaer Forts überspannte Paßstraße. Mit Figurenstaffage am Paß und auf der Etsch. Sepia-Radierung von Apostool wie oben. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculpt. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton, Whitehall. for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,7 cm.

Jean François Albanis de Beaumont, Veroneser Clause/Etsch

Feine Tiroler Berglandschaft im prächtigen Ursprungs-Kolorit

und in breitrandigem Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. Vereinzelte Stockfleckchen. Die Farben der Himmelspartie stellenweise etwas oxidiert, doch kaum störend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.246 | EUR 870. | export price EUR 827. (c. US$ 1000.) + Versand

Jean François Albanis de Beaumont, Veroneser Clause/Etsch

– – – Dasselbe als Aquatinta von Apostool in Braundruck. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculpt. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton, Whitehall. for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,7 cm.

Feine Tiroler Berglandschaft im breitrandigen Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.247 | EUR 670. | export price EUR 637. (c. US$ 770.) + Versand

Hall, Solbad – Hanseven – The Verner Mountains, as seen from Inspruck. Partie mit Rumerjoch + Speckhorn, gesehen von Egerdach bei Innsbruck. Im Mittelgrund vorn Hall + Hanseven. Links Tier- + Figurenstaffage. Sepia-Radierung von Apostool wie oben. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont delt. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany. 1. 1792. by T. & G. Egerton. Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,8 cm.

Jean François Albanis de Beaumont, Solbad Hall

Malerische Berglandschaft im prächtigen Ursprungs-Kolorit

und in breitrandigem Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Vornehmlich in den Himmelpartien etwas stockfleckig. Die Farben im übrigen hier und da ein wenig oxydiert, doch kaum störend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.248 | EUR 790. | export price EUR 751. (c. US$ 908.) + Versand

Jean François Albanis de Beaumont, Solbad Hall

– – Dasselbe als Aquatinta von Apostool in Braundruck. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont delt. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany. 1. 1792. by T. & G. Egerton. Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 45 cm.

Malerische Berglandschaft im breitrandigen Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Ganz leicht stockfleckig, doch nur im weißen Rand etwas ins Auge fallend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.249 | EUR 630. | export price EUR 599. (c. US$ 724.) + Versand

Route from Venice to Swabia

Chart of Places connected with the Route from Venice to Fussen in Swabia. Karte der von Sir Albanis 1786 unternommenen Reise durch die Rhätischen Alpen. Kupferstich von Apostool (?). (1792.) 45,3 x 32 cm.

Angebots-Nr. 5.928 | EUR 81. (c. US$ 98.) + Versand

Landeck in Tyrol, Burg. Blick über Inn + Brücke. Unter den Figurinen im Vordergrund Jäger an einem Wegkreuz. Stahlstich von Alexander Marx, Nürnberg. Ca. 1855. Signiert, bezeichnet. 16,4 x 10,7 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 6.976 | EUR 43. (c. US$ 52.) + Versand

Fragen Sie auch nach den
malerisch-reizvollen Ansichtenradierungen des Innsbruckers

Franz Edmund Weirotter

Innsbruck 1733 – Wien 1771

Johann Elias Ridinger, Steinbock

„ Der Steinbock …
ist der stärkste Springer “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Stein-Bock. Majestätisch auf Felsnase nach rechts. Kolor. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: IBEX. / Stein-Bock. / Le Bouquetin. / Familia II. Zweÿhufig. / J. E. R. del. 30,4 x 20,3 cm.

Thienemann + Schwarz 999. – IM RIDINGER’SCHEN ORIGINAL-KOLORIT des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

„ Der Steinbock insonderheit ist der stärkste Springer, der sich auch gewöhnlich nur auf den steilesten Anhöhen aufhält, wohin die Menschen so leicht nicht kommen können. Er ist sehr wild, seine Hörner sind auch besonders merkwürdig, indeme er sich derselben nicht nur mit Nutzen und Vortheil gegen die Raubthiere die ihm nachstellen, z. E. Luchsen, Wölfe u.s.w. gebrauchen kann, sondern sich vermittelst derselben bey einem mißlungenen Sprunge oder Falle in ein tiefes Thal zu schützen und solche vorzuhalten weißt … “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. I, S. 18, in Kopie beiliegend).

Mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen + C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,6-3 cm, unten 5,4 cm breitrandig. – Zwei Braunfleckchen im weißen Plattenfeld, einer im weißen Außenrand unten links.

Angebots-Nr. 15.896 | EUR 730. | export price EUR 694. (c. US$ 839.) + Versand

„ Wo sich Felsen auf Felsen thürmen “

Mit „Sehr hübsches Blatt“ viel zu wenig gesagt

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Gemsen haben 1. 2. selten 3. Iunge, das Mänlein erreichet gleich der Geis seine Stärcke im andern Iahr , leben sehr lang. Dreier- + Vierergruppe + ein Single, „jung und alt , liegend , stehend und fortschreitend“, in bildhaft schönstem Arrangement. Radierung mit Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 25. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger invent. delin. Sculps. et excud. Aug. V., ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,4 x 41,4 cm.

Johann Elias Ridinger, Gemsen

Thienemann + Schwarz 220; Helbing XXXIV (1900), 457 („Ausgezeichneter alter Abdruck mit vollem Rand. Sehr hübsches Blatt“). – Blatt 25 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE wie zuvor.

„ Auf der allerhöchsten Berge gähe Wipfel führst du mich , ........ Rid ........... hinauf , Blick und Geist mus mit dir steigen … Hier , noch höher als die Wolcken , wird uns eine neue Welt , voller neüen Creaturen, in den Gemsen vorgestelt … Beide läst dein ........=Griffel , sonder Schwindel , ohne Grauen uns , auf einem Blatt Papier , voller Lust und Ehrfurcht , schauen … wozu denn , durch Kunst , dir , selber die Natur die Hand geführt … sind , in 1000. Wunderdingen , Gottes Wunder anzusehn .“

Ein in jeder Hinsicht wundervolles Blatt

von leuchtend-herrlicher Qualität + damit Seltenheit .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.490 | EUR 1480. | export price EUR 1406. (c. US$ 1700.) + Versand

Der Holzwart vom Tiroler Inn=See

— der Wild-See bei Seefeld ? —

für Helbing 1900 eines der teuersten Blätter der Folge

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Im Tÿrol am Inn=See (der Wild-See bei Seefeld?) Begab sichs da ich als alldortiger Holz=wart morgens früh Spazieren gieng, daß ich einen so genanten See=Adler (Th.: Kormoran-Scharbe) mit seinen jungen antraf welchen in dem Augen blick ein Großer Raub Vogel (Th.: Seeadler) ein junges zu hohlen trachtete, und auch wircklich weck nahme. Der Holzwart mit seinem Hund rechtsseits in Baum-/Strauchpartie, die Attacke/Verteidigung ufernah über dem Wasser, am jenseitigen Ufer eine Kirche. Radierung mit Kupferstich nach vermutlich eigener Vorlage. Bezeichnet: XXXI. / M. E. Ridinger. sc: A. V., ansonsten wie vor. 24,6 x 33,3 cm.

Thienemann + Schwarz 374; Slg. Reich auf Biehla 116 ( „Aeusserst selten“, 1894! ); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 890 ( „Sehr selten“, 1900! ).

Blatt XXXI der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928; hiesige

Tiroler Inn-See–Scenerie

Martin Elias Ridinger, Tiroler Inn-See (Wild-See bei Seefeld?)

fehlte denn auch schon 1889/90 dem 33blätt. Coppenrath-Bestand

und Helbing benotete sie innerhalb der ihm verfügbaren 43

mit 50 Goldmark und damit mit großem Abstand zum Gros der übrigen ) ,

und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Die zeichnerische Hand Johann Elias’ anstehenden Falles nicht durch dessen Signatur gestützt, doch, wenngleich von Thienemann als grob empfunden,

thematisch sehr schön und lokalmäßig sehr rar .

Kompilatorische Rückgriffe Martin Elias’ erscheinen bei dem einen und anderen Blatt dieser Folge denkbar.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammender schöner warmtoniger Abdruck auf festem Bütten als von Ridinger bevorzugter Qualität

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Oben + unten 2,5-5,8 cm, an den Seiten 6,6-6,7 cm breitrandig. Im linken weißen Außenrand gänzlich unwesentliche partielle schwache Randstockstippigkeit. Dort auch noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung.

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Hier also mit dem Angriff eines Seeadlers auf einen wilden (Sing-?)Schwan im am(m)ergau=See in Bayren.

Angebots-Nr. 15.720 | EUR 1100. | export price EUR 1045. (c. US$ 1263.) + Versand

– – – Dasselbe in warmtonigem Abdruck der Erstausgabe wie vor, doch mit seitlich 5,5, sonst 2,3-3 cm etwas schmalrandiger. – Die rückseitige leichte Bräunung bildseits nur im breiten Rand minimal durchscheinend.

Angebots-Nr. 14.652 | EUR 946. | export price EUR 899. (c. US$ 1087.) + Versand

„ Eine eigene Art …
welche die Alpen bewohnt “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Weißer Hase. Aus Unterholz hervorkommend nach links witternd. Kolor. Radierung mit Kupferstich, vermutlich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: LEPVS albus. / Lievre blanc. / Familia III. Vierzähige. / Riding. fec., ansonsten wie vor. 30,6 x 20,7 cm.

Thienemann + Schwarz 1044. – IM RIDINGER’SCHEN ORIGINAL-KOLORIT des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch auch nur schon Einzelblättersehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg. – Thienemann:

Ridinger, Weißer Hase

„ Weiss ist er im Winterkleide, sonst ähnelt er dem gewöhnlichen, und macht eine eigene Art aus,

welche die Alpen bewohnt .“

Das schöne Sujet in seiner leuchtenden Farbigkeit

mit Wz. C & I Honig, ähnlich Heawood 3346 + 3348, als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“.

Die Zuweisung der Kupferübertragung an mutmaßlich Johann Elias’ Ältesten an Hand der alleinigen Signatur „Riding. fec.“ bei zugleich seltenerem Fortlassen des „er“, wie auch bei der Kaninchen-Tafel, Th. 1046. Der gemeine Feld-Hase sowie der gehörnte Hase (Th. 1043 bzw. 1045) jeweils mit ausgeschriebenem Ridinger. – Dreiseits 2-3 cm, unten 4,9 cm breitrandig.

Angebots-Nr. 15.905 | EUR 470. | export price EUR 447. (c. US$ 540.) + Versand

Liegend an der Eisack — geliefert nach Innsbruck

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Am 20ten Tag Monats August: Ao. 1653. ist durch … Ferdinand Carl Ertz Herzogen zu Österrich … im Thal und Gebürg zu Mittenwald (recte Mittewald) zwischen Brixen und Sterrin im Aimer … dieser Hirsch mit so wunderbarlichem Gestemb gefällt, und auf Insprug geliefert worden. Liegend nach links am Ufer der Eisack. Radierung. 1766-67. 31,7 x 21,2 cm.

Johann Elias Ridinger, Hirsch an der Eisack, Tirol

Thienemann + Schwarz 329. – Typogr. Wz. – Blatt 87 der erst postum abgeschlossenen Folge der Wundersamsten Hirsche. – Figürl. Wz. (Lilie?). – Breitrandiger, kontrastreicher Abdruck.

Angebots-Nr. 13.223 | EUR 603. | export price EUR 573. (c. US$ 693.) + Versand

– – – Dasselbe als getönte Lithographie von Hermann Menzler im Druck von A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez. v. J. E. Ridinger, lith. v. H. Menzler, ansonsten ähnlich wie vor. 34,2 x 22,5 cm.

Johann Elias Ridinger, Hirsch an der Eisack, Tirol

Joh. El. Ridinger’s Jagd-Album III/3. – Aus der als 3. Abteilung geführten „Sammlung seltener Hirsch-Geweih-Abnormitaeten und Hirschbilder“. – Menzler’s 80 Blatt umfassende Suite ist nahezu literaturunbekannt und entsprechend selten. Seine Bildwirkung ist rücksichtlich der lithographischen Technik völlig eigenständig-malerisch und eine ausgesprochene Sammlungsbereicherung. – Auf festem breitrandigen Papier. Im weißen Rand sowie rückseits ganz schwach stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.403 | EUR 322. | export price EUR 306. (c. US$ 370.) + Versand

Martin Elias Ridinger, Detto beladen Maulthier

„ Wegen der Gebürge und engen Päße
sehr nützlich “

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Detto beladen Maulthier. Auf abschüssigem Weg nach links, wiehernd. Reich geschmückt mit Schellen und bunten Troddeln und Fransen und beladen mit zwei Körben mit je einem Lamm. Obenauf Käfig mit Erpel und Fasan (?). Instruktiv auch die gut erkennbaren Hufbeschläge (s. u.). Kolor. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: MULUS. / Detto beladen Maulthier. / Le Mulet chargé. / Familia I. Einhüfig. / Ridinger =. 31,5 x 21 cm.

Thienemann + Schwarz 984. – IM RIDINGER’SCHEN ORIGINAL-KOLORIT des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

„ Der Farbe nach sind sie sehr verschieden … doch werden die von dunkler Farbe mit hellen oder röthlichen Mäulern (wie hier) für die besten gehalten … Bey der Beschelung muß man hauptsächlich eine gute Wahl treffen, denn man muß eine gute wohlgestaltete, schöne und große Stutte nehmen … Vor drey Jahren dürfen sie nicht zu der Arbeit angehalten werden, sonsten gehen in der Größe und Stärke viele zu schanden. In Italien, Spanien und Frankreich findet man sie am häufigsten, weil sie daselbst

wegen der Gebürge und engen Päße sehr nützlich

sind, und … große Lasten von drey Centnern tragen können … Man pflegt sie auch sehr schön auszuzieren … Ihre Beschläge am Hufe haben nicht weniger besondere Vortheile, indem solche vornen über sich gehen, damit sie, wenn ihnen Steine im Wege liegen, oder wenn sie steile Wege antreffen, desto sicherer fortkommen mögen “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. I, SS. 11 ff., in Kopie beiliegend).

Mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen + C & I Honig (Typ Heawood 64/Churchill 428) als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,9-2,6 cm, unten 4,7 cm breitrandig. – Im weißen linken und unteren Papierrand vereinzelte (ganz) schwache Stockflecken, die rechte Unterecke geringfügig angeschmutzt. – Von leuchtend-schöner Farbigkeit.

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“ Thank you for your kind help with the Hogarth and for always pleasant correspondence ”

(Mrs. M. K., April 15, 2004)