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Hogarth, William (1697 London 1764). The Idle ‘Prentice Executed at Tyburn. Der faule Zeugweberbursche Faulhans, des Mordes für schuldig befunden, wird auf dem Sünderkarren zum Galgen geleitet. Hinter ihm die mit Spießen bewaffnete Sheriffs-Garde. Den letzten Trost spendet ein Wanderprediger der Methodisten, den letzten Halt bietet der für ihn bestimmte Sarg. Ansonsten reiches Jahrmarktstreiben des schnapstrinkend genießenden Volkes. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Design’d by W. Hogarth. / Plate 11. / Engraved by T. Cook. / Published by T. Cook No. 11 Little Britain & G. G. I. Robinson No. 25 Pater-noster Row July 1st. 1795. 28,5 x 42,3 cm.

William Hogarth, Faulhans' Fahrt zum Galgen (Cook)

Industry & Idleness XI. – Sehr schöner Abdruck auf festem Papier. In dessen breitem weißen Rand einige wenige schwache Stockflecken und oben rechts leichter Wasserstreifen. Darüberhinaus – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im Ursprungsformat. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker).

„ Der Henker wartet schon sein, das Pfeifchen munter schmauchend … und ein Methodist mit Westleys (Wesley) Trostbuche macht dem Armen noch nach Möglichkeit die Hölle heiss … Welch ein Galgenfest aber sehen wir da … “

(Untertext zu einer Lithographie).

Der feste Galgen von Tyburn hat übrigens sein Gegenstück in einem Dreibein oberhalb von Dr. Pillule’s – Dr. Misaubin’s – Mumienkabinett als allesamt Kündern kommenden Unheils für den davorsitzenden Grafen Squanderfield in The Visit to the Quack Doctor aus Marriage à la Mode. Wie denn ungeachtet des Sarges in seinem Rücken auch Faulhans gleich seinem Kollegen Tom Nero aus Four Stages of Cruelty zum Wohle der Anatomie, nicht aber der Ruhe des Grabes bestimmt ist. Die beiden Skelette der Randsymbole weisen bereits darauf hin.

Am rechten Bildrand schließlich als „ein bleibendes Denkmal“ der fliegende Pfefferkuchenhändler Tiddy-Doll Ford aus Mayfair (gest. 1752), den James Gillray 1806, nach der Schlacht von Austerlitz, als Pfefferkuchenkönige backenden Napoleon aufgriff (s. Gillray-Katalog Hannover 1986, Nr. 159 + Farbabb. S. 170).

Die berühmte, volkstümlichste Suite des Meisters, an Hand der Weberei als eines zu seiner Zeit Haupterwerbszweiges den jungen Burschen die Chancen ihres Lebens ebenso aufzeigend wie die ihrem Fortkommen abträglichen Verlockungen :

Calculated for the use & Instruction of youth
w(h)erein every thing necessary to be known was to be made
as intelligible as possible

(Hogarth in seinen Autobiographical Notes).

„ Die Szenen sollten so leicht verständlich sein wie möglich, wozu die Stiche nicht in aller Feinheit ausgearbeitet zu sein brauchten. Wichtig war vielmehr, die Kosten niedrig zu halten, damit auch Lehrlinge diese Blätter kaufen konnten. Hogarth gestaltete um jedes Bild einen rahmenähnlichen Rand – vermutlich nahm er an, daß die Jungen diese Kupferstiche ohne Rahmen direkt an die Wand hefteten. In diesem Rand hatte er unter jeder Szene dem faulen und (oder) den fleissigen Lehrling einen charakteristischen Bibelspruch beigegeben … oben erscheinen auf den Blättern einerseits Geißel, Handfesseln und Galgenstrick als Anspielung auf das tragische Ende des faulen Lehrlings und andererseits Amtsstab, Ratsherrenkette und Staatsschwert als Hinweis auf die Laufbahn des Fleißigen “

(Bachofen-Moser, William Hogarth im Kunsthaus Zürich, 1983, S. 98).

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William Hogarth, Faulhans auf dem Weg zum Galgen

– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung im Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). Bezeichnet: Design’d & Engrav’d by Wm. Hogarth / Plate 11 / Publish’d according to Act of Parliamt. Sep. 30. 1747. 27,5 x 40,4 cm.

Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 63. – Auf breitrandigem festen Papier.

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William Hogarth, Faulhans auf dem Weg zum Galgen (Cook klein)

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer Wiederholung, doch ohne den Sinnspruch und die Randsymbole sowie mit dem Serientitel als Untertext. Bezeichnet: Pl. XI. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, March 1st. 1809. Bildgröße 12,5 x 18,8 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

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William Hogarth, Faulhans auf dem Weg zum Galgen (Industry + Idleness XI; Riepenhausen)

– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 37. / W. Hogarth inv. pinx. / Pl. 11. / R. d. & sc. 24 x 36,2 cm. – Früher toniger Abdruck. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen.

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William Hogarth, Faulhans auf dem Weg zum Galgen (Industry + Idleness XI; Riepenhausen)

– – – Dasselbe von Riepenhausen wie vor, doch auf leicht getöntem minderen Papier.

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William Hogarth, Faulhans auf dem Weg zum Galgen (Industry + Idleness XI; Riepenhausen)

– – – Dasselbe von Riepenhausen wie vor, doch auf besonders festem Papier, wohl um 1850. – Links auf Plattenkante geschnitten.

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William Hogarth, Faulhans auf dem Weg zum Galgen (Industry + Idleness XI; Lithographie)

– – – Dasselbe in Lithographie von C. C. Böhme. (1833/36.) Bezeichnet: 41. / C. C. Böhme lithogr. 24 x 32,5 cm. – Auf leicht getöntem Papier. – Titel – Faulhans wird in Tyburn gehängt – und ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch.

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– – – Dasselbe in Stahlstich um 1840. 12 x 13,2 cm. – Mit Titel in Deutsch + Englisch, doch ohne Sinnspruch und Randsymbole.

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» tausend Dank … ich rufe ›Chapeau!‹ – Sie haben … ein beachtliches Werk (Beethoven – Die Seyfried Papiere) geschaffen und (zumindest für mich) vollkommen unbekanntes Material in bester wissenschaftlicher Tradition der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Ich las zunächst nur den rückwärtigen Text und blätterte das Innenleben kurz durch, freue mich aber schon darauf, spät, wenn alles schläft, Haus und Straßen still sind, mich in meinen Ledersessel zu setzen und bei einem Cognac in Ihr Buch einzutauchen. Ich bin sehr gespannt, denn ich weiß kaum etwas über Beethoven und sein Schaffen, das über Allgemeines wie ›Götterfunken‹ oder die spätere Taubheit hinausgeht …

» Ihr Beethoven-Buch ist schon lange durchgelesen – am Stück! Das Vorwort mit den Kunst-Zitaten und das Nachwort … wunderbar! … Für mich hat sich beim Lesen eine völlig neue Welt eröffnet und ein bisher, ich gestehe, nicht vorhandenes Interesse an dem großen Meister wurde geweckt. Amüsanterweise hatte ich genau einen Tag vor Eintreffen des Buches im Kulturradio einen Beitrag über Beethoven gehört, daß er den Ruf zu Jerome Bonaparte nach Kassel ausschlug, weil … Nach der Lektüre der Seyfried-Papiere habe ich ersteinmal Wikipedia zu biographischen Informationen bemüht … Musikalisch würde ich auch gerne tiefer in sein Schaffen eindringen. Hätten Sie, abgesehen von der 9., eine Hörempfehlung für mich? «

(Herr P. D., 11. August + 15. September 2019)