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Das klassische Salonbild ?

Einziges authentischstes Porträt
Friedrichs des Großen !

Hogarth, William (1697 London 1764). Das Lever der Gräfin Squanderfield. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 24. / W. Hogarth inv. & pinx. / E. Riepenhausen. del & sc. 23,6 x 28,7 cm.

William Hogarth, Lever der Gräfin Squanderfield (Riepenhausen)

Marriage à la Mode IV. – Abdruck auf leicht getöntem minderen Papier. – Noch knapp ins Bild hineinreichende Quetschspur im weißen Unterrand links vom Serientitel. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen. – Das vierte Blatt dieser

„ schönste(n) gemalte(n) Satire des Jahrhunderts “

(Dobson per Thieme-Becker), deren erstes niemeyer’s I einst in den Hafen der Ehe annoncierte. Das Wiederraus texteten Schönberg und Camus. Und den Flötisten des anstehenden vierten, vom Hogarth-Kommentator Ireland als Mr. Charles Frederick Weideman (in London wirkender Flötist und Komponist Carl Friedrich Weidemann, ca. 1704-1782) identifiziert und so von Lichtenberg weiter kolportiert, recherchierte auf- und entblätternd in einem Hogarth-Spezialist Bernd Krysmanski neuerdings in plausibler Feinarbeit als Preußens Großen König, dessen Zinken oder, besser, Kühn Geschwungene – eine solche markantierte den Mann in Öl aus hiesiger Zeitungsmacher-Sippschaft, der im großmütterlichen Salon den Ton vorgab – den Leithund gespielt hatte.

So denn Krysmanski:

„ Hogarths Darstellung ist und bleibt wohl die authentischste. Es spricht somit vieles dafür, dass Hogarth in seiner Szene den Preußenkönig dargestellt hat, denn niemand anders würde mit seiner Flöte besser zwischen das päderastische Bild mit dem Adler und den vor ihm sitzenden Kastraten passen! Hogarths Darstellung scheint damit die einzig annähernd authentische Repräsentation von Friedrich dem Großen zu sein, die zu Lebzeiten des Monarchen entstanden ist, zumal sie in frappierender Weise der Totenmaske ähnelt. Die überlieferten Bildnisse aller anderen Künstler – darunter auch die weniger bekannten Bilder von Anna Dorothea Therbusch, Christoph Friedrich Reinhold Lisiewsky und Edward Francis Cunningham sowie die angeblich auf Studien am lebenden Objekt zurückgehenden Repräsentationen von Charles-Amédée-Philippe van Loo und Bartolomeo Cavaceppi – sind größtenteils die Realität verfälschende Porträts, die nicht das wahre Antlitz des berühmten Monarchen wiedergeben … “

Ansonsten unverändert Madame am Morgen vor dem verhängnisvollen Maskenfest, Morgentoilette, wozu sie sich der Künste eines Figaro bedient, und mit Musik – der berühmte Kastrat Carestini, auf der Flöte begleitet von, eben, siehe oben – untermalten Empfang miteinander verbindend. Neben ihr „mit orientalisch-weichlicher Gemächlichkeit, als wäre es in seinem Harem“ ruht auf einem Sofa Silbermund, vom Ehevertrag her bekannter Rechtsbeistand + Liebhaber in einer Person und zweifelhafter Held der kommenden Nacht, als welcher er ihr die vorgesehene Maskerade – Mönch + Nonne – mittels Wandschirm erklärt und ihr ansonsten den verschlüsselten Plan über die aufzusuchende Örtlichkeit zeigt. Dem Uneingeweihten also

das klassische Salonbild schlechthin

für sich behaltend, was des Kenners ist. Was da sind die zugehörigen galanten Bilder an den Wänden, auf dem Sofa, zu Füßen des Anwalts, das den gleichen Namen tragende „berüchtigte, heißblütige“ Buch Crebillons. Auf dem Boden neben Carestinis Stuhl etliche Spiel- und Visitenkarten „Stich auf Stich“. Honi soit qui mal y pense!

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William Hogarth, Lever der Gräfin Squanderfield (Rahl)

– – – Dasselbe in Kupferstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818/23.) Bezeichnet: 24. / Plate 4. 21 x 26,7 cm.

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“ Sir, yes, (the Rubens) is closer to the one in London (recte Dresden), but the one we have is on copper. Thank you for your time. Highest regards, D… A… (and yes America could use a blessing about now) ”

(Mr. D. A., November 4, 2003)