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Rinder  der  Crème  de  la  Crème

Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). (Viech=Stücke nach verschiedenen Meistern radiert und verlegt … Hof und Jagt Kupferstecher in München [1783/]1784.) 7 von 8 Blatt der Folge der Rinder. Radierungen. Ca. 13 x 18 cm.

Niemeyer 47-53, II; Nagler 12. – Aus der frühestens 1821 herausgegebenen, nur noch 44 Blatt (von 137, so die hier anderwärts nicht nachweisbare Ausgabe Weigel 21336, davon „Die meisten … sehr selten“; so auch 1863 Nagler, Monogramm. III, 68, zugleich deren Schönheit betonend) vereinigenden Augsburger Sammelausgabe Schwerdt III, 190, a ( „Rare“, 1928 ) auf schwerem Papier, deren herrliche Druckqualitäten die kleinen Auflagen verraten und Schwerdt in Unkenntnis der zeitlichen Gegebenheiten vielfach auf Probedrucke vor der Schrift schließen ließen. – Ohne die Titel-Radierung nach Johann Heinrich Roos.

Karel Dujardin/Joseph Georg Wintter, Die pissende Kuh Karel Dujardin/Joseph Georg Wintter, Alte Kuh nach links Karel Dujardin/Joseph Georg Wintter, Liegende Kuh Karel Dujardin/Joseph Georg Wintter, Stehende + liegende Kuh Nicolaes Berchem/Joseph Georg Winter, Stier nach rechts Karel Dujardin/Joseph Georg Wintter, Grasende Kuh nach links Jan Both/Joseph Gerog Wintter, Die beieinander liegenden Kühe
  1. Die pissende Kuh und die beiden Schafe. Vor Dorfsilhouette. Nach Karel Dujardin (Amsterdam 1622 – Venedig 1678). C. du hortein. inv. fecit / 2 (im Gegensinn) / JGWintter. feit (sic!). 1783. – Das  berühmte  Sujet. – Der breite weiße Rand zweiseits etwas stockstippig.
  2. Die knochige alte Kuh nach links, vor morschem liegenden Baumstamm. Vor Dorfsilhouette. Nach Dujardin wie vor. K. du. jardin. inv. / 3 (im Gegensinn) / JGWintter 1784 .
  3. Die liegende Kuh an Weidengatter nach links. Mit Gehöftsilhouette. Nach Dujardin wie vor. K. du jardin inv. / 4 (im Gegensinn) / JGWintter Fecit 1784. – Im äußeren breiten weißen Unterrand etwas stockig.
  4. Die stehende und die liegende Kuh, jeweils nach rechts. Auf dorfnaher Weide mit dem Kirchturm im Hintergrund. Nach Dujardin wie vor. K. du. jardin inv / 5 / JGWintter sculp 1784.
  5. Der Stier nach rechts auf schönem Plateau. Nach Nicolaes Berchem (Haarlem 1620 – Amsterdam 1683). Berchem. inv. / 6 / JGWintter. sculp. 1784.
  6. Die grasende Kuh nach links und die am Gatter unter mächtigem Baume ruhende, den Betrachter anblickend. Mit Kirche + Gehöftdach zur Rechten. Nach Dujardin wie oben, einläutend  den  Stimmungsreichtum  des  Zenits . K du jardin inv. / 7 / JGWintter. sculp. 1784.
  7. Die beieinander liegenden beiden Kühe inmitten malerischer Hügellandschaft. Nach Jan Both (ca. 1615 Utrecht 1652). Both. inv / 8 / JGWintter sculps. 1784. – Der  herrliche  Abgalopp .

Wintter’s  „Radierungen  sind  trefflich  und

stehen  in  der  Behandlung  zwischen  jenen  von  Hollar  und  Riedinger .

Im Jahre 1784 wurde W. churf. Hof- und Jagdkupferstecher“ (Nagler) .

Zugleich war er Mitglieds der kurfürstl. Akademie zu Düsseldorf. Und 1787 avancierte er noch zum Hof-Cammerrat als

„ (u)nter  denen  zahlreichen  Hof=  und  Freykünstlern

des  Churfürstl.  Pfalz=Bayerischen  Hofs “  selten

(Forstcameralisten-Papst Wilhelm Gottfried von Moser aus der „berühmten Cameralistenfamilie“ [Heß in der ADB] und mit Jahrgang 1729 fast schon ein Vertreter der Vätergeneration), zugleich resümierend „Immer besser als Riedinger“. Dem so generell indes nicht zugestimmt sei. Dafür aber umso mehr dem

„ Dieser  Mann  besitzt  außerordentliche  Fähigkeiten “

wie der gleichaltrige Lorenz von Westenrieder (Jg. 1748, Theologe, namentlich aber Historiker; „hat überhaupt ein empfängliches Auge für landschaftliche Schönheiten“ [Höhn]) 1785 an den Lessing-Freund und Leipziger Schauspieldichter Christian Felix Weisse schrieb, nachdem er ihm schon in seinem 1783er „Jahrbuch der Menschengeschichte in Bayern“ höchstes Lob hatte widerfahren lassen.

Beispielhaft hier denn seine nahezu vollständige

seltene  Folge  der  Rinder

als  im  schmalen  Œuvre  dieses  Frühvollendeten  einzigen  dieser  Spezie .

Die anklingen läßt, was schon 1909 bzw. 1921 kunsthistorisches Facit war. So Höhn (Studien zur Entwicklung der Münchener Landschaftsmalerei v. Ende d. 18. u. v. Anfang des 19. Jh.) mit seinem „einer der frühesten“ innerhalb der „ersten Anfänge der Münchener Landschaftsmalerei“ bzw. Wolf (Die Entdeckung der Münchener Landschaft), der ihn mit sieben Radierungen dokumentiert.

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