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Hirschjagd in Münchener Landschaft

Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). Das in voller Flucht über ein Gatter setzende Hirschrudel. Zwei Hirsche + drei Tiere in weiträumiger Parklandschaft mit zurückgesetzter kleiner Staffage eines Professionellen nebst Knaben. Dabei der beglückenden Leichtigkeit der Szenerie und der Fülle von Wachstum (un)übersehbar gleichwohl untergemischt zwei gesplitterte Baum-Vanitates. Radierung. Bezeichnet: JGWintter: inv fecc et exc: Monachÿ 1785 / I. 22,7 x 34,8 cm.

Ausstellung

Schöne Beute — Bilder von der Jagd

Dr.-Hanns-Simon-Stiftung Bitburg

13. Januar – 3. März 2013

Literatur

Katalogbuch zur Ausstellung

Seiten 31 (doppelblattgroße Detail-Abbildung) + 150

Niemeyer 66, I (von II); Nagler 14 und unbeschadet seines „qu. fol.“ hier und „gr. qu. fol.“ dort zweifellos bereits inbegriffen in seiner Pos. 4, Folge von vier Hirschjagden in Parken; Schwerdt 38.

Bei 3-5 mm weißem Rändchen (in diesem oben links zwei minimale Einrisse) auf Plattenkante geschnitten. Rechts oben noch in die Bildschraffur reichende dünne Eckstelle mit versorgtem Kleineinriß von früherer Montage, im Wiesenfeld vorm Äser des linken Hirschen bildseits praktisch nicht wahrnehmbare, säurefrei hinterlegte Stoßläsur.

Das auch landschaftlich reiche Eingangs-Blatt

Joseph Georg Wintter, Hirschrudel in voller Flucht

zur 4blätt. Folge „Hirsche in Parken“ (so auch Weigel, Abt. XIII, 1843, Nr. 12596; Niemeyer 66-69)

IM BESONDERS SELTENEN ERSTZUSTAND AUF BÜTTEN

(der postume Zweitzustand nicht vor 1821). Wie Weigel denn auch gelegentlich der hier nicht weiter nachweisbaren 137blätt. Komplettausgabe per Pos. 21336 seines Kunstlager-Catalogs dem Frühvollendeten 1857 attestierte:

„ Die meisten Blätter sehr selten .“

Wintter war kurfürstlich-bayerischer Hof- und Jagdkupferstecher und Mitglied der kurfürstl. Akademie zu Düsseldorf und avancierte 1787 noch zum Hof-Cammerrat als

„ (u)nter denen zahlreichen Hof= und Freykünstlern

des Churfürstl. Pfalz=Bayerischen Hofs “ selten

(Forstcameralisten-Papst Wilhelm Gottfried von Moser, Jg. 1729, aus der „berühmten Cameralistenfamilie“ [Heß in der ADB] 1788 im Forst-Archiv [IV, 280 ff.]), der gleichwohl bis heutigen Tages außerhalb des kleinen, gleichwohl zunehmenden Circels intimer Kenner im Windschatten des übermächtig nachwirkenden Riedinger verblieb, unbeschadet aufmerken lassender Stimmen gewichtiger Zeitgenossen wie eben von Moser mit seinem so zwar nicht zu übernehmendem résumé

„ immer besser als Riedinger “

oder des gleichaltrigen Lorenz von Westenrieder (Jg. 1748, Theologe, namentlich aber Historiker; „hat überhaupt ein empfängliches Auge für landschaftliche Schönheiten“ [Höhn]), der ihm in seinem 1783er Jahrbuch der Menschengeschichte in Bayern höchstes Lob widerfahren ließ und 1785 an den Lessing-Freund und Leipziger Schauspieldichter Weisse schrieb:

„ Dieser Mann besitzt außerordentliche Fähigkeiten .“

Seinen Niederschlag findend schließlich in Andresens statement (1868)

» [N]ächst Ridinger der tüchtigste deutsche Jagdmaler seines Jahrhunderts «

und 1909 bzw. 1921 Höhn (Studien zur Entwicklung der Münchener Landschaftsmalerei v. Ende d. 18. u. v. Anfang des 19. Jh.: „einer der frühesten“ innerhalb der „ersten Anfänge der Münchener Landschaftsmalerei“) und Wolf (Die Entdeckung der Münchener Landschaft, abbildend sieben seiner Radierungen) ihn in von der Jagd abgekoppelte Startlöcher versetzten.

Hiesige wieder der Jagd zugehörige Arbeit solchermaßen für sich selbst sprechend. Und zugleich auch diesbezüglich Nagler’s 1851er Anmerkung im Künstler-Lexicon bestätigend, wonach er

„ am liebsten … jedoch seine Studien auf dem Wildanger “ selbst machte .

Und, fortfahrend, seine „Radierungen sind trefflich und stehen in der Behandlung zwischen jenen von Hollar und Riedinger“. Um schließlich 1863 im Monogramm.-Lexikon (III, Nr. 68)

nochmals ausdrücklich auf die Seltenheit dieser schönen Blätter hinzuweisen .

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